Flammchueche goes Dürüm

17 Okt

Ein Türke im Elsass

Voilà. Eine türkisch-elsässische Liaison! Obwohl – ein waschechter Elsässer würde mir vermutlich den Kopf abreissen, wenn er das nachfolgende Rezept liest. Schuldig im Sinne der Anklage, denn zwischen meiner Kreation und dem Original liegen Welten. Mindestens Strasbourg-Istanbul. Und zurück. Und trotzdem, ich stehe dazu. Zumal es sich hierbei wirklich um ein blitzschnelles, kinderleichtes Rezept à la minute handelt.
Naja, ein Rezept à la 20 minutes, um genau zu sein.

Der Zeit einen saftigen Streich schlagen wir dadurch, indem wir als „Teiggrundlage“ simple Dürüms oder Tortillas verwenden. Die gibt’s beim Türken des Vertrauens frisch oder in der Exotenabteilung eines jeden Supermarkts abgepackt zu kaufen. Und es funktioniert tatsächlich!

Ausserdem bieten wir hier eine willkommene Abwechslung zu den vor Fett triefenden Dönertaschen. Zugegeben, die schmecken zwar (nicht überall), aber die mächtige Fleischfahne mit Zwiebelnote, welche einem anschliessend aus dem Rachen entsteigt, die haut den stärksten Mann um und raubt einem fast die Besinnung. Schon mal im Zug gesessen und neben dir hat sich einer genüsslich einen Döner einverleibt? Ihr wisst wovon ich spreche!

Nun ja, niemand behauptet nach dem Genuss von Flammkuchen rieche man nach Blumen, aber trotzdem, wir huldigen hier einer durchaus verlockenden Alternative. Den Unterschied macht einmal mehr die Ziege. Oder deren Milch. Als Basis verwenden wir nämlich heute anstatt klassischer Crème fraiche mal Ziegenfrischkäse! Dazu gesellen sich goldbraun karamellisierte Zwiebeln, würziger Prosciutto San Daniele, frischer Schnittlauch und zum Schluss ein Hauch selbstgemachte Balsamicoglace.

Und das alles in lediglich 20 Minuten. Versprochen! Schwör auf Dürüm!

Ein guter Esser verputzt normalerweise zwei belegte Fladen.

Für 2 Personen benötigt ihr somit:

  • 4 Dürüms, Tortillas oder andere Weizenfladen
  • 150g Ziegenfrischkäse
  • 2 grosse Zwiebeln
  • 120g Prosciutto San Daniele (oder anderer luftgetrockneter Schinken)
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 1 dl Aceto Balsamico

Idealerweise heizt man zunächst den Backofen auf 180°C vor und macht sich danach an die karamellisierten Zwiebeln. Dazu die beiden Zwiebeln schälen, in feine Ringe schneiden und in einem grosszügigen Esslöffel Butter in der Pfanne bei mittlerer Hitze rund 10 Minuten goldbraun braten. Nach 5 Minuten einen Teelöffel Zucker beifügen und die Zwiebeln unter regelmässigem Rühren karamellisieren lassen.

Zwischenzeitlich könnt ihr den Schnittlauch waschen in feine Röllchen schnippeln sowie den Schinken in Tranchen schneiden. Wer’s im Griff hat bereitet nebenan auch noch gleich die Balsamicoglace zu. Im Detailhandel gibt’s auch so was ähnliches zu kaufen, nennt sich Crema di Balsamico. Es handelt sich dabei um eingedickten Balsamicoessig, welcher leider aber auch mit ziemlich viel Zucker und Verdickungsmittel angesetzt ist. Einfacher und besser schmeckt’s wie immer selbst gemacht.

Dazu 1 EL Zucker mit 1 dl Wasser in einem kleinen Pfännchen aufkochen und auf einen Drittel einreduzieren lassen. Danach 1 dl Aceto Balsamico beigeben und erneut stark aufkochen und – nicht mehr aus den Augen lassen! Die Glace soll nochmals um die Hälfte einkochen und eine dickliche, glänzende Konsistenz aufweisen. Wer jedoch nicht aufpasst, dem verbrennt die Geschichte und das ganze wandert in den Müll. Anfängerpech! Ist mir auch passiert!

Die Dürüms dann mit Ziegenfrischkäse bestreichen und dick mit karamellisierten Zwiebeln und Prosciutto belegen. Wer noch etwas mehr Zeit hat, der mische unter den Ziegenfrischkäse etwas Piment d’Espelette oder einen Hauch Pimenton de la vera. Geräuchertes Paprikapulver. Deliziös!

Im vorgeheizten Ofen die Fladen anschliessend knapp 5 Minuten knusprig backen. Mit Schnittlauchröllchen bestreuen und die Balsamicoglace darüber träufeln. Das war’s!

„Süperb“ würde der Elsässer wohl sagen! Und der Türke?
Der fühlt sich wie ein Fleischspiess, um den sich die ganze Welt dreht!

Advertisements

Eine Antwort to “Flammchueche goes Dürüm”

  1. Memse 4. November 2012 um 14:11 #

    Hemer usprobiert. Obwohl, mir Zwiebele nöd caramelisiert hend, isch de Flammechueche eifach himmlisch gsi.

dein Senf dazu...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: