Politisch korrekter Feigensenf

14 Okt

Was Linke so anrichten…

Wer nichts zu tun hat, schreibt ein Foodblog. Und wer etwas in der Politik werden will, der kandidiere für den Grossrat. Aber unabhängig, welcher Politiker ihm die Suppe jeweils einbrockt, auslöffeln muss sie der arme Bürger immer allein.

Zugegeben, eigentlich war mein Blog ja niemals als politische Plattform für rote Propaganda gedacht. Aber man ist ja kein Unmensch. Besonders dann nicht, wenn sich gute Freunde  mit noch besseren Einstellungen (und mitunter genauso passionierter Liebe fürs Essen) in die Aargauer Politküche begeben, um als Grossrat die kalten Öfen der Demokratie zünftig anzuheizen.

Fertig mit der Politik der verbrannten Herde sagt sich auch Fabio Höhener und kandidiert am nächsten Sonntag für den Aargauer Grossrat. Das nachfolgende Rezept ist mein Beitrag zu seiner Wahlkampfkampagne! Der Fabio-Höhener-in-den-Grossrat-Feigensenf sozusagen. Eine politisch korrekte Sache und die Farbe stimmt schon mal. Rot wie das Rot der wählertechnisch zweitstärksten Partei der Schweiz (naja, das Resultat geht mehr in Richtung burgunderfarben). Aber trotzdem – Wer nicht weiss, wovon ich spreche, der lese besser gar nicht erst weiter, den bei dem wird wohl ohnehin das Wahlcouvert für kommenden Sonntag ungeöffnet ins Altpapier wandern.

Allen anderen lege ich nahe, sich am nächsten Sonntag die Liste 2 mal etwas genauer zu Gemüte zu führen. Und wer weiss, vielleicht springt für mich sogar auch etwas dabei raus! Denn das Gute daran ist, dass die cheibe Politiker ja meist über ein erstaunlich grosses Netzwerk an Kontakten verfügen. Ich betrachte das mal als eine klassische Win-Win-Situation für uns beide. Ansonsten werde ich bestimmt zum nächsten Wahlkampftrinken eingeladen.

Die perfekt gereiften Feigen für dieses herrliche Rezept habe ich letztes Wochenende eigenhändig im italienischen Lavena gepflückt. Feigensenf mit Migrationshintergrund sozusagen. Insofern schliessen wir den Kreislauf zum sozialdemokratischen Statement dieses Beitrages. Tatsächlich ist mir aber bekannt, dass sich auf meinem Blog auch Leser anderer politischer Lager tummeln. Recht so! Genuss kennt schliesslich keine Grenzen – weder politische noch nationale! Obwohl man zwar Essen und Kochen durchaus auch als politische Handlung bezeichnen kann: man denke an den so tollen neudeutschen Begriff Ernährungssouveränität, die Diskussionen um die Agrarpolitik, Spekulationen auf Nahrungsmittel oder nicht zu guter Letzt an das veritable „Schweizer“ Schweinsplätzli, welches notabene mit reichlich brasilianischem Soja gefüttert wurde. Und weil man hierzulande gerne Filet isst, das Rind aber leider nicht nur aus Filet besteht, müssen zusätzlich Edelstücke aus Nord- und Südamerika importiert werden. Think about it!

Aber Politiker haben es ja auch nicht einfach und müssen schon aufpassen, was sie essen. Ich denke kein Bundesrat möchte heimlich beim opulenten Hummeressen im piekfeinen Schnick-Schnack-Restaurant abgelichtet werden. Oder auch beim Einkaufen um die Ecke: da schielt die charmante Verkäuferin bestimmt schon mal in den Warenkorb und fragt sich „Was, der kauft Ravioli aus der Dose?“

Mein Rezept für hausgemachten Feigensenf untermauert in dieser Hinsicht die Bodenständigkeit und das küchentechnische Engagement eines Politikers. Und schmecken tut’s auch noch!

Für 5 Gläser Feigensenf à 2,5 dl

  • 1,2 kg frische Feigen
  • 60g Wasser
  • 60g Balsamico
  • 30g roter Portwein
  • 40g Honig- oder Apfelessig
  • 300g Rohrzucker
  • 5 gehäufte EL Coleman’s Senfpulver (gibt’s unter anderem hier zu kaufen)
  • 50g Wasser

Die Feigen werden gewaschen, halbiert oder geviertelt und danach mit 60g Wasser im Mixer püriert. Die Schale könnt ihr entgegen vieler Meinungen getrost dran lassen, das trägt nur positiv zum Geschmack bei. Eure Äpfel schält ihr ja auch nicht, bevor ihr sie isst, oder?

Danach die Essigsorten und den Portwein zusammen mit dem Zucker in einem Pfännchen sprudeln aufkochen. Sobald es kocht, die Feigenmasse darin etwa 15 Minuten bei geringer Hitze unter gelegentlichem Rühren mitköcheln lassen. Wer mag, der gebe noch eine aufgeschlitze Chili hinzu und fischt sie anschliessend wieder aus der Masse. In der Zwischenzeit könnt ihr das Senfmehl mit 50g Wasser vermischen und einige Minuten ziehen lassen, so dass sich die Aromen besser entfalten.

Anschliessend den Topf vom Herd nehmen, die Senfmischung einrühren und erneut 3-4 Minuten erhitzen. Und schon fertig! Den Senf in vorher sterilisierte Gläser abfüllen (dazu Gläser einfach in kochendem Wasser 10 Minuten auskochen) und sofort verschliessen.

Feigensenf mundet ausgezeichnet zu grilliertem Fleisch, Braten, Käse aller Art, für Dipps und Salatsaucen, zur Weisswurst (Münchner mögen mir verzeihen!), geräuchertem Lachs oder als Marinade für Geflügel. Und ganz aktuell – passt auch vorzüglich zu Wildgerichten finde ich!

Mit diesem Rezept kann man eigentlich nur gewinnen! Für die Wahlen nächste Woche drücke ich Fabio auf jeden Fall die Daumen und hoffe, dass es klappt! Eure Stimme zählt genauso, denkt dran! Und wenn er dann mal Bundesrat ist, gibt’s als Dankeschön gratis Gipfeli fürs Volk! Wer übrigens ähnliche Kampagnen auf meinem Blog lancieren möchte, der darf sich gerne mal mit einem Rezeptvorschlag bei mir melden. Wie wär’s zum Beispiel mit Anti-Atom-Waffeln ?

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3 Antworten to “Politisch korrekter Feigensenf”

  1. Zimsi 14. Oktober 2012 um 23:35 #

    Cooles Rezept!

  2. nova group 15. Oktober 2012 um 02:30 #

    wonderful points altogether, you simply gained a brand new reader. What would you recommend about your post that you made some days ago? Any positive?

    • marco 18. Oktober 2012 um 15:56 #

      @nova group: Hi there, nice to see you round here liking my blog! So no prob for you reading in German? What is you like specifically? I could recommend another recent recipe entitled „a chicken travelling to Asia“. Besides this, you will find all the recipes here.

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