Iced Chai Latte

3 Okt

Abwarten und Tee trinken…

Vorsicht, ihr seit im Begriff eine gänzlich unsachliche Stellungnahme zu einem Getränk zu lesen, denn geschrieben hat es ein Begeisterter!

Nicht nur die esoterischen Tanten, Indien-Fans, Teefreunde und Möchtegern-Hippies unter euch sind mittlerweile dem Kultgetränk Chai verfallen, dessen Beliebtheit um den halben Globus zunehmends steigt. Nein, auch ich und mit mir viele weitere anspruchsvoller Trinker sind überzeugte Süchtige und geniessen den wundervollen Würztee auch gerne in den eigenen vier Wänden. Obwohl dies eigentlich gar nicht mehr nötig wäre – mit dem weltweiten Boom von masala chai (Gewürztee) sind mittlerweile auch viele Lebensmittelkonzerne und Fast-Food-Riesen, von Starbucks über Nestlé und McDonald’s bis hin zum guten alten Detailhändler des Vertrauens, auf die Erfolgsschiene aufgesprungen. Auch als Fertigpulver zum selber anrühren gibt’s die Mischung fast überall zu kaufen. Unbestreitbar – Chai Latte ist im Moment das absolute Trendgetränk!

Eine heisse Tasse Chai tut gut, egal ob im indischen Monsun oder an einem bitterkalten Wintertag hier in der Schweiz.  Chai bedeutet übrigens übersetzt schlicht und einfach „Tee“, während das Wort Latte aus dem italienischen stammt und „Milch“ bedeutet. Tee mit Milch also, ganz einfach und knapp zusammengefasst – was natürlich Spielraum für unzählige Geschmackskombinationen bietet – besonders im Hinblick auf die verwendeten Gewürze.

Eine in Indien besonders wichtige Gewissensfrage lautet stets:
Bist du Kaffee- oder Teetrinker?
Wer zaghaft mit „Ich mag eigentlich beides“ antwortet, hat nichts verstanden. Besonders in Indien ist Tee ein integraler Bestandteil der Kultur und Lebensweise der Menschen. Die Zubereitungen und die Zutaten für gewürzten indischen Tee unterscheiden sich je nach Familie, Herkunft und Kulturkreis. Allen gemeinsam ist die schnelle und einfache Zubereitung. Und spätestens seit letztem Sommer, weiss ich auch, dass Chai nicht nur heiss, sondern gerne auch eisgekühlt serviert ein absoluter Hochgenuss ist.

Als Grundregel merkt man sich Folgendes: Wasser und Milch im Verhältnis 1:1. Je einen halben Liter zum Beispiel
Der Rest ergibt sich eigentlich von selbst.

Wichtig beim Chai sind aber selbstverständlich die Gewürze, die dem Ganzen erst so richtig Bumms verleihen! Wer auf einen fürstlich ausgestatteten Gewürzschrank (wie zum Beispiel den meinen – sorry, diesen persönlichen Schulterklopfer konnte ich mir nicht verkneifen) zurückgreifen kann, der hat anschliessend die Qual der Wahl. Ein Rezept gibt es nicht, Mengenangaben mag ich niemandem vorschreiben. Ausprobieren lautet hier die Devise. Ein wenig Anarchie im Topf, ordentlich gute Laune, dazu etwas Fingerspitzengefühl, und dann kommt alles wie’s muss…

Bei mir kommen folgende ganzen Gewürze in den Topf rein:

  • Kardamom
  • Nelken
  • Ceylon Zimt
  • Cassia Zimt
  • langer Pfeffer
  • Sternanis
  • Anissamen
  • Fenchelsamen
  • Muskatblüte
  • frischer Ingwer
  • Vanillestangen

Von allem ein Esslöffel reicht bei Weitem aus. Wer den einen Geschmack mehr mag als den anderen, der passe die Mischung ungeniert nach eigenem Gusto an! Wem eines oder zwei der Gewürze fehlt, der lasse sie einfach weg. Keine Sorge, es schmeckt trotzdem!

Die Gewürze (nicht den Ingwer!) kann man zunächst in einer Pfanne trocken einige Minuten rösten. Das bringt die Geschichte erst so richtig auf Touren und kitzelt den Geschmack aus ihnen raus! Der Profi empfiehlt natürlich die Gewürze einzeln zu rösten. Je nach dem wie lange und wie intensiv, entwickeln diese einen ganz eigenen und jedes Mal unterschiedlichen Geschmack! Eine Wissenschaft für sich, bei der ich zugebenermassen auch noch viel lernen darf!

Mit dem Stössel hauen wir den gerösteten Gewürzen anschliessend im Mörser einige Male tüchtig auf den Kopf und setzen die Aromen und ätherischen Öle frei. Nun kocht man die Gewürze mit oben erwähnter Wasser-Milch-Mischung auf und lässt sie einige Minuten kräftig durchziehen. Dazu gesellen sich anschliessend 5 EL schwarzer Tee (oder ersatzweise zwei Teebeutel) und ziehen nochmals einige Minuten durch.

Zu guter Letzt wird alles abgesiebt und mit Honig, Zucker (oder mein Favorit – Palmzucker!) gesüsst. Original indisch kommt das Ganze zünftig süss daher! Zuckerschock voraus!

Und dann nur noch abschalten! Wer nicht warten kann, der geniesst den Chai heiss, was an kalten Wintertagen oder bei krächzendem Hals natürlich besonders empfohlen ist! Wer etwas Geduld aufbringt, der kühlt hingegen das Ganze noch einige Stunden im Kühlschrank und serviert den Iced Chai Latte anschliessend mit Eiswürfeln in Longdrinkgläsern!

Und auch wenn es draussen stürmt und der kühle Herbst an die Scheibe klopft – es schmeckt trotzdem brachial gut und wärmt (oder eben erfrischt) Körper, Seele und Geist… Ha! Es werde ich ja doch noch esoterisch zum Schluss…

Also ran an die Töpfe! Ausprobieren – und Chai trinken…

Advertisements

Eine Antwort to “Iced Chai Latte”

  1. Keller Rudolf 4. Oktober 2012 um 06:18 #

    Lieber Marco, Du weisst es vielleicht noch nicht, aber das einzige Getränk, welches ich aus gesundheitlichen Ueberlegungen trinke, ist Bier. Das hat zwar seine Auswirkungen. Aber seit ich weiss, dass die Christen und Juden glauben, der Mensch sei Abbild Gottes, beruhigt mich dies mit Blick auf meinen Bierbauch ungemein.

dein Senf dazu...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: