Hausgemachtes Vanillesalz

4 Sep

Für etwas Küchenzauber…

Heute zaubern wir mal was ganz Schnelles und Einfaches! Essen könnt ihr es zwar nicht wirklich (obwohl man am liebsten reinbeissen würde bei dem Duft!), aber dafür umso besser damit kochen. Vanillesalz!

Klingt im ersten Augenblick sonderbar, ich weiss. Dies waren auch meine Gedanken, als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal davon gehört habe. Mittlerweile hat sich das Produkt jedoch nicht nur in der Spitzengastronomie sondern auch in diversen Privathaushalten unter Hobbyköchen durchgesetzt und kann heutzutage auch von unzähligen Anbieter in Topqualität fixfertig gekauft werden. Aber ja, ihr ahnt es schon…

Noch mehr Spass macht es natürlich das Ganze selber zu mischen, zumal die Geschichte lediglich eine Viertelstunde völlig relaxter und sinnlicher Küchenarbeit in Anspruch nimmt!

Wer mich kennt, der weiss um meine grosse Leidenschaft für Salze diverser Arten, Herkommen, Farben und allfälliger Aromastoffe. Kräutersalz, Currysalz, Rotweinsalz, Himbeersalz und so weiter und so fort! Salze selber mischen macht Spass und geht in den allermeisten Fällen kinderleicht und schnell!

So, und zwar machen wir es heute mal ein wenig anderst als sonst. Wir beginnen mit dem Rezept und den ganzen Folgetext dürfen sich dann die noch immer Interessierten antun…

Eine Viertelstunde hatte ich euch ja versprochen, also legen wir los:

Vanillesalz

  • 125g Fleur de Sel
  • 4 Vanilleschoten

Die Vanilleschoten mit einem scharfen Messer der Länge nach aufschlitzen und mit dem Messerrücken das feine Vanillemark ausschaben. Dabei darauf achten, dass möglichst wenig von der faserigen Hülle mitkommt, die in Wirklichkeit gar nicht so schwarz, sondern eher braun ist und unserem Salz eine unschöne Farbe zumuten würde.

Anschliessend das Mark zusammen mit dem Fleur de Sel in einer Schüssel vermengen. Am besten dafür eignet sich eine Gabel, mit deren Zinken man die klebrigen, zusammenheftenden Samen nach und nach voneinander trennt und behutsam unter das Salz mischt. Für die Junkies und völlig kochfremden unter euch: Ihr könnt sogar Fernsehen dabei…

Vanillesalz passt nicht zu allem, aber trotzdem zu erstaunlich vielem! Ganz wunderbar munden Kombinationen mit Fischen aller Art, Räucherlachs, Jakobsmuscheln und Krustentieren. Auch euer Hühnchen freut sich über einen Hauch Vanillesalz oder versucht doch mal das Salz mit Spargeln, Tomaten, Avocado oder Kürbis zu kombinieren. Da es sich auch hervorragend mit Chili, Kreuzkümmel und Ingwer verträgt, harmoniert Vanillesalz auch schlichtweg sensationell mit vielen mexikanischen oder asiatischen Gerichten! Ein Rezept folgt dann bei Gelegenheit schon bald mal!

So, und nun noch etwas Hintergrundwissen.
Und da wären wir wieder beim Urspung alles Leckeren: dem Fleur de Sel.

Für viele Salzmischungen eignet sich ein Fleur de Sel prinzipiell am besten. Besonders wenn die Salzmischungen direkt am Tisch als sogenanntes Fingersalz oder „Finish-Salz“ verwendet werden. Der rosa gebratenen Entenbrust mit einem Hauch Himbeersalz nochmals etwas Leben einhauchen, dem Rindsplätzli mit etwas Chilisalz einheizen oder unser hier vorgestelltes Vanillesalz mit Fisch und Krustentieren zusammen verwenden. Dafür weist das Fleur de Sel die perfekte Konsistenz auf! Ausserdem hat es als Meersalz den Vorteil einer gewissen Restfeuchtigkeit, die noch im Salz steckt. Diese verbindet das Salz viel besser mit den zusätzlichen Aromastoffen wie Kräutern und Gewürzen als es zum Beispiel Bergsalz, wie das mittlerweile wohl sehr bekannte Himalajasalz, tun würde.

Nebst Frankreich produziert auch Portugal eine beträchtliche Menge an Flor de Sal. Da ich erst kürzlich da war, konnte ich auf ein Andenken natürlich nicht verzichten. So oder so, unabhängig der Herkunft, wird die Salzgewinnung in mühseliger Handarbeit verrichtet, bei der jeweils nur die alleroberste feinste Schicht einer Salzpfanne abgeschöpft wird, bevor das restliche Salz wieder auf den Boden sinkt. Durch die Sonne vertrocknet nämlich langsam das Wasser und die Salzkonzentration in den Becken steigt. Bei dem windigen Meereswetter entstehen dabei an gewissen Tagen an der Oberfläche feinste Salzblumen, welche anschliessend von Hand mit Holzlöffeln geernet werden und nach dem Trocknen unbehandelt in den Verkauf gelangen. Daher kostet diese Salzspezialität halt au „ächli meh“ als herkömmliches Industriesalz.

Aber vergessen wir um Himmels Willen die Vanille nicht, die bringt nämlich Fleur de Sel erst so richtig auf Touren, die zwei sind nämlich gute Freunde!

Und Vanille gehört nebst Chili und Kreuzkümmel wohl zu meinen Lieblingsgewürzen! Aber mal ehrlich, Vanille ist doch einfach nur göttlich! Und da sie als Grundprodukt keineswegs süss ist, wie viele stets meinen, lässt sie sich auf unerschöpfliche Art und Weise mit beliebigen Lebensmitteln kombinieren. Ganz spannend dabei ist wie die Herkunft der Schote markant über deren Aroma und Geschmack bestimmt und diese tatsächlich teilweise extrem unterschiedlich schmecken.

Klassische Bourbon-Vanille aus Mexiko zum Beispiel, dem eigentlichen Ursprungsland der kostbaren Stangen, erdig und mit Süssholznoten. Oder die selbe Sorte aus Uganda, mit Aromen von Rosinen und Kuchen. Blumige, laute Tahiti-Vanille oder ein subtiles, minzartiges Exemplar aus Neuguinea. Echt atemberaubend!

Momentan bei mir zu Hause, vor einiger Zeit gekauft: 70 saftige Bio-Bourbon-Vanillestangen aus Madagaskar. Wuchtig im Aroma mit dichten Noten von Blüten und etwas Tabak. Bei Vanilleschoten lohnt sich der Extragriff ans Portemonnaie! Dick und prall und feucht sollen sie sein, zum Platzen gefüllt mit Millionen aromareicher schwarzer Pünktchen, dem herrlichen Vanillemark. Finger weg von ausgedorrten, hölzigen Exemplaren!

Ausprobieren geht über Studieren lautet hier die Devise! Und dieses Vanillesalz möchte ich wirklich allen ans Herz legen. Es ist im Nu zubereitet, ist sowohl für Nase, Augen und Gaumen ein Hochgenuss und eignet sich übrigens auch perfekt als kleines Mitbringsel oder Geschenkli. Für Traditionalisten wohl weiterhin ein Tabu, für Experimentierfreudige allerdings ein unbedingtes Muss! Ausprobieren!

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4 Antworten to “Hausgemachtes Vanillesalz”

  1. Zimmi 4. September 2012 um 23:06 #

    Cool! Zügi bringsch au mal no dis Räuchersalz? 🙂

    • marco 5. September 2012 um 19:30 #

      Kommt Zeit, kommt Räuchersalz 🙂 Jep! Hesch s’Himbeerisalz öppe ufbrucht meinsch?

      • Zimmi 6. September 2012 um 13:37 #

        Och scho lang! 😉 Hammer gsi!

      • Schnippelboy 16. April 2015 um 08:45 #

        Räuchersalz interessiert mich auch sehr. Wenn möglich auf eine einfache Art

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