Batido de Aguacate

30 Aug

Avocado mal anders…

Draussen vor dem Fenster zeigt sich der Sommer ja nochmals von seiner besten Seite. Es giesst wie aus Kübeln! Da holen wir uns halt zum Saisonende nochmals etwas Sonne und Ferienfeeling direkt ins Wohnzimmer.

Kürzlich war ich mal wieder in Ecuador. Schon wieder.
Ein schönes Fleckchen Erde! Nicht nur in kulinarischer Hinsicht…
Aber ums Kulinarische geht es hier ja primär…

Trotz biologisch äusserst attraktiver Diversität und entsprechend vielfältigem Vorkommen an verschiedenen Exotenfrüchten, werden diese in Ecuador nur selten frisch und knackig ab Palme oder Strauch verspeist. Ecuadorianer lieben viel mehr ihre jugos. Fruchtsäfte! Fruchsäfte soweit und wohin das Auge reicht, in allen Farben!

Und so verschwindet ein Grossteil der leckeren Früchtchen in den Mixern und Fruchtpressen des Landes, um anschliessend als erfrischend-leckerer Saft an Gringos und Einheimische gebracht zu werden.

Die Bandbreite an Säften ist dabei enorm: die Auswahl reicht von Passionsfrucht (maracuyá), Kokosnuss (coco), Guave (guayaba) über Ananas (piña) und Wassermelone (sandía) bis hin zu Kaktusfeige (tuna), Brombeere (mora) und Baumtomate (tomate de arból). Die Säfte werden entweder pur mit nur wenig Wasser oder Zucker vermischt genossen (und heissen dann eben jugos) oder mit Milch und dann meist etwas mehr bis ziemlich viel mehr Zucker zu leckeren Shakes (batidos) verarbeitet.

Dem kritischen Europäergaumen vertraute Hygienestandards werden dabei, insbesondere an den zahlreichen Strassen- und Strandständen, nicht immer zwingend eingehalten. So lässt nach exzessivem Fruchtsaftgenuss Montezumas Rache auch schon mal grüssen, da das Wasser leider nicht immer abgekocht wurde.

Nun denn… im Ausland halte ich mich beim Genuss von Streetfood (und Streetfood schmeckt nun mal einfach toll!) an die ewige Backpackerregel:
If it’s busy, it’s probably fine! If it’s empty, it’s crappy!

Manchmal hat man aber auch so Pech. So freute mich eines schönen Morgens im Hostal auf den frisch gemixten Orangen-Passionsfruchtsaft, welchen der Betreiber des Hostals am Vorabend noch in euphorischer Übertriebenheit angepriesen hat. Die stämmige Köchin hat mir das randvoll gefüllte Glas verheissungsvoll gleich persönlich an den Tisch gebracht. Ein grosszügiger Schluck voller Vorfreude und…

Das schmeckt nach Knoblauch!? Kann nicht sein…
Nochmals probiert… Doch!
Schmeckt sogar verdammt stark nach Knoblauch.
Pfui!

Nun. Wer vorher fürs Mittagessen Knoblauch im Mixer verarbeitet, der sollte diesen sinnvollerweise zunächst reinigen bevor er danach wieder ans Frühstück denkt… Ich vermute aber mal, dass das Missgeschick aufgrund des beinahe unangerührt wieder in die Küche abgeräumten Glases bemerkt wurde. Eine lustige Anekdote, welche wie ich später feststellen musste, ganz gerne mal auch anderswo passiert…

Heute geht’s aber nicht um Knoblauch. Auch nicht um Orangen oder Passionsfrüchte!
Denn seit meinem letzten Besuch habe ich einen neuen Lieblingsmilchshake: Avocado!
Ja genau, Avocadomilchshake, ihr habt schon richtig gehört! Keine Sorge, ich habe damals wohl genauso verdutzt geschaut, wie ihr nun gerade eben. Avocado in einem Milchshake? Süss? Und überhaupt?
Dann aber mal kurz überlegt: vor einigen Jahren hatte ich doch mal irgendwo Avocado-Eiscrème gegessen… Und die hat super geschmeckt! Dann wird der Shake wohl kaum so verkehrt sein. War er auch nicht! Im Gegenteil!

Der halbmoderne Schweizer kennt Avocado leider bestensfalls in Form einer Guacamole oder isst sie „einfach so“, weil er sonst nichts weiss damit anzustellen. Hier nun ein tolles Rezept, welches die Vielseitigkeit der Avocado ein weiteres Mal aufzeigt:

Die Geschichte ist kinderleicht und im Nu zubereitet. Ich benötigt dazu lediglich Milch, Avocado, brauner Rohrzucker (zur Not tut’s auch weisser Kristallzucker) und einen Mixer mit ordentlich PS unter der Haube, so dass er gegebenfalls auch Eiswürfel zerkleinern kann. Der Rest erledigt sich dann beinahe von selbst.

Für 4 Gläser reicht eine halbe Avocado, welche ihr sauber auslöffelt und in den Mixbecher gebt. Achtet dabei darauf, dass ihr eine schön reife Avocado erhält. Das Ganze gleicht hier in der Schweiz manchmal mehr einer Lotterie, ich weiss. Teilweise sind die Dinger hart wie Stein und dann wieder derart weich und mit braunen Stellen übersäht. Aber weich sollte sie schon sein, so dass man schön mit den Fingern eine Delle reindrücken kann. Sieht man ja auch in den Supermärkten: die Leute begrabschen jedes einzelne Exemplar, drücken Dellen und ihre Nasen rein, nur um schlussendlich dann doch Radieschen zu kaufen.  Man kann Avocados aber auch gut zu Hause bei Zimmertemperatur neben ein paar Äpfeln ein bis zwei Tage nachreifen lassen. Mache ich eigentlich immer, denn frisch vom Store schmecken die Dinger meist noch nicht so toll.

Zur halben Avocado gebt ihr nun 4 EL braunen Rohrzucker. Wer keinen Rohrzucker hat, kann auch normalen weissen Kristallzucker verwenden, da reichen dann aber womöglich drei Löffel. Nun nur noch ein grosse Hand voll Eiswürfel in den Mixer rein und mit ca. 8 dl Milch aufgefüllt. Shake it und fertig!

Die einen mögen behaupten, das Ganze sei nun sogar gesund. Von mir aus.
Aber ich mache niemandem etwas vor: Wenig Kalorien hat die Geschichte bestimmt nicht…

Und trotzdem (oder genau deswegen?) schmeckt das Ganze verdammt gut…

Ausprobieren, sag ich!

Nicht vergessen mit einem Röhrli (Strohhalm für unsere nördlichen Nachbarn) servieren, dann schmeckts gleich doppelt so gut! Ich hatte leider gerade keine da…

    

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