Chnoblibrot

12 Aug

Alles in Butter…

Braucht die Welt ein (weiteres) Rezept für Chnoblibrot? Eigentlich nein.
Müsste man meinen.

Wenn ich aber sehe, wie viele Menschen im Laden den fixfertigen Schmarren für 6 Franken oder so kaufen, dann ändere ich meine Meinung ziemlich schnell.

Moll, anscheinend braucht die Welt eben doch ein Rezept für gutes Chnoblibrot!

A und O beim Chnoblibrot ist ganz klar die Buttermischung. Mit der steht oder fällt die ganze Geschichte! Und wie bei so vielen Produkten ist eben auch hier Butter nicht gleich Butter. Die geschmacklichen Nuancen sind teilweise riesig. Bei Butter denken die meisten hierzulande an Floralp oder „Die Butter“; eigentlich Industrieprodukte, welche fertig verpackt aus einer Tag und Nacht ratternden Buttermaschine geschossen kommen. Keine Sorge, bei mir im Kühlschrank schaut’s nicht anders aus. Aber wer einmal hochwertige Qualitätsbutter oder Alpbutter probiert hat, der weiss wovon ich spreche.

Besonders geschickt agieren hier, wie so oft in Punkto Gourmetküche, die Franzosen. Ihre seit 1894 bestehende Beurre d’Echiré hat sich dank hervoragender Qualität und geschicktem Marketing mittlerweile zu einem absoluten Bestseller auf der ganzen Welt etabliert. Sie wird nach alter Schule in Holzfässern hergestellt und für viele Gourmets und Starköche gilt die AOP-geschütze (appellation d’origine protégée) Marke heute als „die beste Butter der Welt“.

Wer probieren will: Gibt’s in der Globus delicatessa in kleinen, putzigen Spanholzkörbchen für sagenhafte CHF 11.90 pro halbes Mödeli.

Bei mir gibt’s heute normale Biobutter usem Coop. Die tut’s auch wunderbar. Am Chnoblibrot gefällt mir persönlich am meisten, dass man es immer wieder beinahe endlos unterschiedlich kombinieren kann.

Wir orientieren uns heute aber an der Basisvariante, denn Kinder, wir lernen heute das Chnoblibrot 6×1! Kinderleicht und bestimmt vergesst ihr es nicht mehr. Die sechs verwendeten Zutaten vereinen sich nämlich zusammen zu einer wunderbaren Symbiose.

War ja klar, denn Butter liebt Knoblauch liebt Chili liebt Zitrone noch viel mehr!

Und Butter hat man schliesslich immer zu Hause (oder geht das nur mir so?). Zitrone lässt sich schnell auftreiben und die einen oder anderen Kräuter gedeihen ja mittlerweile auf eines jedermann und -fraus Fenstersims. Dann habt ihr eigentlich schon fast gewonnen!

Aber Vorsicht – nach einmal selber machen schmeckt der Rest nicht mehr!

Das Chnoblibrot 6×1

  • Butter
  • Knoblauch
  • Zitrone
  • Chili
  • Kräuter
  • Salz

Bei der Zubereitung der Buttermischung bestehe ich mittlerweile auf aufgeschlagene Butter. Aufgeschlagene Butter nennt man zimmerwarme Butter, die man mit dem Schneebesen oder in der Küchenmaschine gerührt hat, so dass sie herrlich luftig und crèmig wird, ordentlich an Volumen zulegt und sich „Spitzchen“ bilden. So schmeckt das am besten!
Müsst ihr nicht verstehen, ist einfach so!

Ich würde mich aber hüten euch genaue Rezeptangaben hier vorzuschreiben. Buttermischungen sollen erlebt werden! Ausprobieren geht über Studieren! Die hier beschriebene Basismischung ist selbstverständlich x-beliebig varierbar, denn das ist ja schliesslich das schönste daran!  Ich mag die sechs Basiszutaten im richtigen Verhältnis ganze gerne einfach so für sich, aber selbstverständlich spricht auch nichts gegen unzählige weitere Zutaten, die verwendet werden könnten.

Eine Messerspitze Curry, etwas geräuchtertes Paprikapulver, ein Hauch Lavendel, verschiedene Pfeffersorten oder ein Schüsschen Worcestersauce, um nur einen Teil zu nennen. Aber auch Sardellen, getrocknete Tomaten und Oliven, hausgemachter Senf, fein geriebene Schalotte oder sogar ein Eigelb können für spannende Es(s)kapaden sorgen…

Auch Käse, wie zum Beispiel Parmesan oder Sbrinz, ergänzen die Buttermischung perfekt!

Unverständlicherweise neigen ja gewisse Menschen zu einer Art Knoblauchphobie und fürchten sich vor berühmt berüchtigten „Fahnen“. Dazu gehöre ich definitiv nicht, obwohl ich wohl manchmal aus Rücksichtsnahme vor meinen geliebten Mitmenschen in dieser Beziehung etwas weniger egoistisch agieren dürfte. Für all diejenigen, welche einen Groll gegen die liebe Knoblauchknolle und deren kleine Zehen hegen, empfehle ich die Knolle zunächst im Ofen zu rösten.

Das geht ganz einfach und nimmt der Knolle den intensiven, beissenden Knoblauchgeschmack und macht sie als Gegenleistung wunderbar weich, crèmig und aufgrund des Zuckers in der Knolle, welcher dadurch karamellisiert, sogar leicht süsslich. Ofen auf 220°C vorheizen und die Knolle ca. 30 Minuten rösten, bis die Schale dunkel wird. Die kleinen süssen Zehen können danach kinderleicht aus der Schale gepresst werden.

Könnte man übrigens auch ohne weiteres gleich so direkt mit etwas Olivenöl und Salz aufs Brot schmieren. Oder das selbstgemachte Kartoffelpüree damit versorgen! Auf 200g Butter kann man mit dieser Methode auch ganz getrost eine ganze Knolle Knoblauch verwenden, ohne dass die Mischung zu intensiv werden würde.

Bei den Kräuter kommt mir rein was gerade da ist. Nur Petersilie (ob kraus oder glatt egal) muss da zwingend rein! Begleitet wird dieser heute zudem von etwas Schnittlauch und pfeffriger Kapuzinerkresse. So mag ich das! Wer lieber Basilikum, Kerbel, Oregano oder weiss-der-Gugger-was verwendet, nur zu! Es schmeckt sowieso!

Dann nur noch Zitrone -und zwar Schale und Saft- mit rein (weniger ist mehr!) und mit ordentlich Fleur de Sel oder einem aromatisierten Salz (mein momentaner Favorit: Flor de Sal d’Es Trenc mit schwarzen Oliven) abschmecken. Pfeffer braucht es meiner Meinung gar nicht unbedingt.
Dafür etwas Chili…
Zum Beispiel Peperoncino Fiorentina aus dem eigenen Garten!

Butter ‚em up! Brote bebuttern und im vergeheizten Ofen bei 200°C knusprig backen oder einige Minuten auf den heissen Grill schmeissen…

Läckbeck – schmeckt das gut! As simple as it is!

Advertisements

4 Antworten to “Chnoblibrot”

  1. Keller Rudolf 13. August 2012 um 06:13 #

    ganz guet! Mach weiter so!

  2. Jasmin 20. August 2012 um 11:35 #

    hmm sieht lecker aus! hoff du lädst mich mal wieder zum Essen ein 🙂

  3. Jasmine 28. Mai 2013 um 19:56 #

    das hat schon beim Lesen richtig Spass gemacht. Vielen Dank. Wird am Weekend gleich ausprobiert

    • marco 5. Juni 2013 um 09:43 #

      Ich hoffe es hat geschmeckt? 😉

dein Senf dazu...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: