Huevos rancheros

22 Jul

Das ultimative Kater-Frühstück…

Huevos rancheros! Alleine der Name geht runter wie Öl! Mein Magen rumpelt schon vorfreudig, denn heute ist es wieder einmal soweit. Pochierte Eier in einer dicken, würzig-scharfen Tomatensauce mit viel Käse in einer warmen Tortilla serviert. Que rico!

Es ist Sonntagmorgen: stark verquollene Augen, der Schädel brummt noch leicht und eigentlich ist es schon wieder viel zu früh für so ziemlich alles. Erst mal einen starken Kaffee aufgesetzt…
Und dann aber voller Eifer ans Werk.
Mit diesem Gericht wird aus dem Sonntag doch noch was, das versprech ich euch…

Huevos rancheros stammen ursprünglich aus Mexiko und stellen dort ein beliebtes Frühstück dar. Mittlerweile kennt man das Gericht aber um den halben Globus und besonders in den USA ist es mit all den damit verbundenen Nebenwirkungen mittlerweile auch sehr bekannt und geschätzt. Ist aber auch verständlich, denn Huevos rancheros schmecken echt toll. Wer will denn schon immer Spiegel- oder Rührei zum Frühstück essen, da kommt ein wenig Abwechslung durchaus gelegen. Für ein sehr spätes Frühstück oder zeitiges Mittagessen kann das Ganze noch zusätzlich mit schwarzen oder Indianerbohnen und Reis serviert. Für mich taugt die schnelle, simple Version aber allemal…

Essentiell für beinahe jedes mexikanische Gericht ist die Verwendung von Chilischoten. Und glaubt mir – Chili ist nicht gleich Chili! Spätestens seit ich vor vier Jahren selbst mit dem Chilianbau begonnen habe, ist auch mir dies bewusst. Je nach Sorte, Herkunft, Aufzucht und Reifegrad strotzen die kleinen Kerlchen voller unterschiedlicher Aromen und Geschmäcker. Für mich die Basis eines jeden mexikanischen Gerichts bilden drei verschiedene Chilis, von denen jeder eine andere Wirkung erzielt:

Zunächst benötigen wir einen milden, getrockneten Chili. Gerne verwende ich hier den sogenannten Chile Ancho. Frisch ab Pflanze nennen in die Mexikaner poblano und füllen in gerne nach Lust und Laune mit Käse oder Hackfleisch. Getrocknet aber verströmt er ein fantastisches, komplexes Aroma, welches an Dörrpflaumen, Zwetschgen, Schokolade und Lakritze erinnert. Er gibt dem Gericht den nötigen Körper und eine gewisse Struktur. Es empfiehlt sich den Ancho zunächst mit kochendem Wasser zu übergiessen und einige Minuten ziehen zu lassen, damit er wieder schön weich wird.

Nun braucht es noch einige rauchige Noten. Hier bietet sich der Chile Chipotle an, welcher mittlerweile auch ausserhalb der mexikanischen Küche bekannt ist und auch in der Spitzengastronomie für allerlei pikante und sogar süsse Gerichte verwendet wird. Was viele nicht wissen – es handelt sich dabei in Wirklichkeit um den noch bekannteren roten Jalapeño, welcher über Mesquiteholz geräuchert wurde, um so die erwünschten Rauchnoten zu erzielen. Also: frisch = Jalapeño, geräuchert = Chipotle. Auch Chipotles werden übrigens vor der Verwendung am besten kurz in kochendem Wasser eingeweicht.

Und zu guter Letzt schreit das Ganze natürlich noch nach einem frischen Chili, welcher die entsprechende Fruchtigkeit und Frische an das Gericht weitergibt. Hier sind die Möglichkeiten natürlich unbegrenzt, ich verwende jedoch gerne Habaneros, da meiner Meinung nach kein zweiter Chili ein solch tolles, fruchtiges Aroma vorweisen kann. Gerne zitiere ich an dieser Stelle Beat Heuberger, welcher es genauso liebt wie ich, wie der Habanero „seine Zunge mit dieser Ananas-Mango-Papaya-artigen Vehemenz durchlöchert und den Gaumen verbrennt.“ Bei der Dosierung ist also Vorsicht geboten!

oben: Golden Habanero, links: Chile Ancho, rechts: Chile Chipotle

So, nach dieser kleinen Chilikunde geht’s nun aber an die Arbeit. Viel zu tun gibt’s zwar nicht…

Zunächst eine Zwiebel schälen und in feine Streifen schneiden. Die könnt ihr schon mal in etwas Öl in einer Pfanne auf mittlerer Hitze anschwitzen. In der Zwischenzeit 2 kleine Peperoni waschen, die Kerne und weissen Scheidewände entfernen und anschliessend ebenfalls in feine Streifen schneiden. 2 Knoblauchzehen schälen und in dünne Scheiben schneiden und zusammen mit den Peperoni zu den Zwiebeln geben.

 

So, dem ganzen könnt ihr nun ordentlich Feuer geben, so dass sich kräftige Röstaromen entfalten, welche die Sauce anschliessend schön kräftig und intensiv machen. Nun gebe ich eine kleine Büchse gehackte Tomaten (Nettogewicht 400g) und je einen eingeweichten Chile Ancho und Chile Chipotle bei. Den Habanero (ich verwende lediglich ein Viertel bis die Hälfte davon) fein hacken und ebenfalls unter die Tomatensauce geben. Nun noch 2 getrocknete Lorbeerblätter hinzufügen und die Sauce eine Viertelstunde lang kräftig eindicken lassen. Salzen und Pfeffern nicht vergessen! Zum Schluss gebe ich noch einen kräftigen Schluck Espresso unter die Sauce, das gibt dem Ganzen noch etwas Touch!

Sobald ihr mit der Konsistenz der Sauce zufrieden seit, könnt ihr damit beginnen mit einem Löffel kleine Vertiefungen in die Sauce zu machen. Da kommen nun die Eier rein. Normalerweise reichen zwei Eier pro Person. Dann Deckel drauf und warten, so dass die Eier zu stocken beginnen. Bereits nach einigen Minuten ist das Eiweiss fest und das Eigelb noch leicht flüssig! So mag ich es am liebsten.

Nun nur noch etwas von der köstlichen Sauce über im Mikrowellengerät oder Backofen vorgewärmte Mais- oder Weizentortillas schaufeln, mit je einem Ei toppen und ordentlich gerieben Käse darüber streuen. Einrollen und fertig! Buen provecho!

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4 Antworten to “Huevos rancheros”

  1. Rossi 22. Juli 2012 um 19:55 #

    Hey dude, ganz geili Sach da!

    Ich weiss demfall wasi negscht weekend zmörgele.
    Hoffe uf no meh geili zaubereie

  2. manu 23. Juli 2012 um 18:24 #

    Seite zuerst nicht gefunden vor lauter foodprint. Sonst sehr schön gemacht, gut geschrieben und Rezepte sehr ausführlich erklärt. Chapeau!

  3. leckerbox 23. April 2013 um 15:27 #

    Hi Marco, ich hab’s gefunden ;-). Aus irgendeinem Grund ist das Rezept gestern Abend in meinem RSS-Reader aufgetaucht. Und ich war schon verwirrt das es bei WordPress nicht zu finden war. Aber scheinbar hat du was geändert. Das hört sich total toll an, muss ich unbedingt probieren. Ich werde die Tortillas aber selber machen. Hast du schon mal welche selber gemacht? Das ist sooo einfach, schau mal hier:
    http://leckerbox.wordpress.com/2012/03/19/weizenmehl-tortillas/
    Liebe Grüße
    Mone 🙂

    • marco 23. April 2013 um 22:41 #

      Hallo Simone

      Schön, dass du auf mein Huevos Rancheros Rezept gestossen bist 🙂 Ich liiihiiieeebe die Dinger, die retten so manchen trägen Sonntag 😉

      Ich hab gestern meine Tags neu organisiert, vermutlich liegt es daran, dass du das Rezept nicht mehr gefunden hast?

      Danke für den Tortilla Hinweis… schaut lecker und tatsächlich kinderleicht aus! Ich dachte immer, man braucht dafür ne Tortillapresse… anscheinend nicht! Wenn es mein Zustand und die Motivation zulässt, wird der nächste Katerbrunch mit hausgemachten Fladen zubereitet, ganz bestimmt 🙂

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