Spaghetti mit Erbsenpesto

13 Jul

Klein, aber Oho!

Bereits 1837 bekommt in Hans Christian Andersens Märchen eine verzogene Märchenprinzessin eine winzig kleine Erbse unter einer dicken Schicht Matratzen zu spüren. „Klein, aber Oho!“ sagte sich wohl die Erbse schon damals. Tatsächlich zählen Erbsen zu den ältesten Gemüsesorten, die vom Menschen kultiviert wurden und gehören heute zu den beliebtesten Gemüsen überhaupt. Sie sind zudem äusserst vielseitig einsetzbar: in Suppen und Eintöpfen, als grüner Farbtupfer in asiatischen Gerichten, zu Fischspeisen, Pasta und Risotto oder mit etwas Minze als klassische Beilage zu englischem Roastbeef mit Yorkshire Pudding. Lecker!

Letzten Sommer habe ich mich das erste Mal im Anbau von Erbsen versucht; mit Erfolg. „Klein, aber Oho!“ – auch hier wieder! Gleich eimerweise konnte ich die Schoten von den grünen Ranken ernten und die feinen, zuckersüssen Erbsen auspuhlen. Zum Glück kann man die kleinen Scheisserchen gut einfrieren. Ihr hättet mich sehen sollen wie ich voller Begeisterung vor den Ranken im Gartendreck sass und die süssen Winzlinge direkt aus den Schoten schlürfte. Unvergleichlich!

Aus dem letzten Jahr blieben noch einige Samen übrig – im Märzen also der Bauer die Beete ackert und sät, auf dass die Erbsen wachsen, lieber früher als spät! Bereits im letzten Jahr ist aus dem ganzen Erbsenüberschuss dieses tolle Rezept für ein Erbsenpesto entstanden, welches ich gerne mit euch teile..

Um gartenfrische Erbsen zu erhalten, braucht es heutzutage keinen grünen Daumen mehr. Ihr braucht also nicht wie ich, ganze Beete voller grüner Erbsen im Garten zu pflanzen. Obwohl – zugegebenermassen – nichts an den einmaligen Geschmack und die harmonische Süsse einer frisch aus der Schote gepuhlten, jungen Erbse herankommt. Allerdings erhält man heute einwandfreie Tiefkühlware, bei denen nicht nur die satte grüne Farbe sondern auch ein Grossteil der Vitamine und Nährstoffe noch im Produkt enthalten sind. Selbstverständlich können auch diese verwendet werden. Aber lasst mir die Finger von dem Fertigmist aus der Dose. Diese Erbsen haben so gut wie keine Vitamine mehr, schmecken mehlig und fad und weisen eine durchaus unappetitliche grau-grüne Farbe auf. Schlussendlich empfiehlt sich der Gang auf den lokalen Markt, denn gerade jetzt wird man dort sicherlich fündig…

Für 4 Personen benötigt ihr:

  • 300g grüne Erbsen
  • 20g Pistazien, ungesalzen
  • 20g Mandelstifte
  • 50g Manchego, gerieben
  • ½ Limette
  • ½ Bund Basilikum
  • ½ Bund Minze
  • 1 Bund glattblättrige Petersilie
  • 15 EL Olivenöl
  • Fleur de Sel
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 600g Spaghetti
  • 50g Manchego in Spänen
  • 50g Chorizo in feinen Scheiben

Für das Pesto werden zunächst die Erbsen mit einer Prise Zucker in reichlich kochendem Salzwasser einige Minuten bissfest gegart. Anschliessend die Erbsen in Eiswasser abschrecken. Wir wollen schliesslich, dass sie ihre satte grüne Farbe behalten.

 

In einer beschichteten Pfanne werden nun die Pistazien und die Mandelstifte ohne Öl goldbraun geröstet.
Anschliessend wird ein Universalcutter oder ein Mixgerät benötigt, ansonsten wird die ganze Geschichte ziemlich mühselig. Da hilft leider auch kein Mörser weiter, zumindest nicht für die Menge…

 

Also munter die Maschinerie angeschlossen und die abgetropften Erbsen, geriebener Manchego, Limettensaft, Olivenöl, die gewaschenen, abgezupften Kräuter und eine ordentliche Prise Salz und Pfeffer rein und kräftig durchgemixt.

Die Konstistenz des Pestos hängt ganz von eurem Bevorzugen ab. Wer es zum Beispiel eher fruchtig mag, gibt noch etwas Limettensaft dazu. Für eine geschmeidige, reichhaltigere Paste empfiehlt sich noch etwas Olivenöl. Wenn das Ganze zu fest wird, kann nach Belieben noch ein wenig Bouillon oder Wasser hinzugegeben werden. Ich mag es ausserdem, wenn das Pesto noch etwas Biss hat. Einen Teil der Erbsen lasse ich daher jeweils ganz und gebe sie erst ganz am Schluss unter die Masse.

 

Danach nur noch die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen. Und wenn ich al dente sage, dann meine ich al dente! Eigentlich gilt es dafür nur zwei Grundregeln zu beachten: das Wasser soll strudelnd kochen (und ausreichend Salz muss da rein!) und dann auf der Packung geschaut, wie lange die Nudeln dauern.  Wecker stellen und auf die Minute raus mit der Pasta. Glaubt mir, es funktioniert, die Dinger sind perfekt gegart danach!

In der Zwischenzeit den Manchego in Späne schneiden oder noch besser hobeln. Chorizo in feine Scheiben schneiden (oder am besten schon so kaufen) und der Bratpfanne ohne Öl knusprig braten. Anschliessend auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Spaghetti in einen tiefen Teller anrichten, einige grosszügige Kleckse Pesto darüber und mit Manchegospänen und Chorizo-Chips bestreuen.

 

Kleiner Tipp zum Schluss: das Rezept lässt sich beinahe endlos varieren.

Wer mag verwendet etwas mehr Basilikum oder etwas weniger Minze. Klassisch mit Pinienkernen anstatt Mandeln oder versucht es mal mit Baumnüssen. Manchego durch Pecorino, Sbrinz oder Parmesan ersetzen.

Den Kombinationsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt! Eine ganz besondere Note erhält das Pesto, wenn anstatt Hartkäse Frischkäse aus Kuh- oder noch besser Ziegenmilch verwendet wird. Fantastico!

 

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2 Antworten to “Spaghetti mit Erbsenpesto”

  1. Albert 25. Juli 2012 um 17:25 #

    Hoi Marco !
    Dini Koch-Site gfallt mir richtig guet. Super schön gmacht und erst nu mit Föteli ,dass mer sich`s au chan vorstellt wies so ungefähr söti usgseh am schluss.
    Grüessli Götti

    Ich dänke die Spagetti mit Erbsen Pesto mues ich dänn mal als erstes usprobiere.
    G
    Grüessli

  2. Irene 22. April 2013 um 22:54 #

    Herrlich, ich würde gerne einen Teller davon haben :-)))
    Liebs grüessli
    Irene

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