Auf kulinarischer Entdeckungsreise

3 Sep LrMobile0109-2015-092347593868002288

Ich pack dann mal den Koffer…

So, ihr Lieben. Was sind eure Pläne für die kommenden Wochen?
Viel Arbeit, Alltag, Haushalt und grau in grauer Herbst da draussen?

Die virtuelle Welt des Bloggens ist ja voll mit kulinarischen Entdeckungsreisen jeglicher Form. Alleine schon wenn ich den Reader meiner WordPress-App öffne, flutet mich täglich ein Tsunami voller lukullischer Köstlichkeiten aus der ganzen Welt. Als notorischer Foodie und Nimmersatt schlummert daher schon seit längerem ein kühnes kulinarisches Vorhaben in mir. Mit Rucksack, Kohldampf und Laptop will ich durch Asien reisen, stets auf der Suche nach dem guten Geschmack. Immer der Nase nach. Immer offen für Neues. Immer mit Hunger für zehn.

Bisher lag es immer nur vor mir. Am kommenden Sonntag ist es nach mundwässernder Planung aber endlich so weit. Ein durchgeknalltes und gefrässiges Kulinarik-Abenteuer im gastronomischen Disneyland wartet auf mich. Während zweier Monaten reise ich durch insgesamt sechs asiatische Länder, stets mit dem klaren Ziel vor Augen: alles mitnehmen, alles aufsaugen!

Das klingt verrückt? Ich nenne es leidenschaftlich!

Die Reise beginnt in Indien und führt mich über Malaysia, China, Taiwan und Südkorea bis nach Japan. Needless to say – natürlich werden Straßenküchen, Märkte, Restaurants und Foto-Touren den Hauptteil der Reisezeit in Anspruch nehmen. Ganz klar: während dieser Reise steht weniger das Kennenlernen von Land, Kultur und Leuten im Vordergrund als der Wissensdurst und die Abenteuerlust meine Kochkunst zu verbessern und die Mysterien der Küche Asiens zu erforschen. Auf der Suche nach Inspiration und Innovation werde ich durch indische Gassen streifen, einem modernen Kolumbus gleich mir Unbekanntes in den Gartöpfen von Taiwans Nachtmärkten abkupfern, exotische Gaumenfreuden im fernen Korea probieren und die japanische Küche in all ihrer wunderbaren Seltsamkeit erforschen und mir unbekannte, interessante Trouvaillen nach Hause bringen. Einfach so. Für mich. Aus ureigenem Interesse an der Sache.

Aufgrund eines mehr oder minder sportlichen Zeitplans und meinem Hang zur Übertreibung, werde ich mich weitestgehend stationär in einer oder zwei Städten je Land aufhalten und von da die dortige Küche erkunden. Als Ausgangspunkt habe ich mir daher stets eine Stadt ausgesucht, welche ich dank Recherchen im Voraus als kulinarisch besonders reizvoll erachtet habe. Die kulinarische Hochburg sozusagen. Von da aus werde ich Fischerorte und Bergdörfer besuchen, die Millionen-Metropolen durchstreifen, auf Märkten feilschen und Zutaten verarbeiten. Ich werde Köche, Bauern und Foodblogger vor Ort kennenlernen, Ideen austauschen und mit ihnen kochen und essen! Ich will mich mit der Ernährungsweise der Region beschäftigen, mit der Esskultur und lokalen Gastronomie. Sehen, staunen, durchkosten.

In möglichst vielen Beiträgen werde ich versuchen, über meine Erfahrungen und Entdeckungen zu berichten und alle Hungrigen daheim fleissig mit Fotos und Beiträgen zu füttern. Ich freue mich über jeden, der virtuell meinen foodprints folgt und bei meinem KochReiseFotoTagebuch dabei sein will. In diesem Fall ist Facebook-liken natürlich ein Must!

Alles weitere liest sich dann hier… Weiterlesen

Chicken Kebabs mit Tzatziki-Butter

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Tue Gutes und sprich darüber…

Wann kann man eigentlich sagen, man kann gut kochen?

Was ist denn eigentlich gut gekocht? Gibt es dafür objektive Massstäbe? Seinen eigenen Mampf mag man in der Regel ja gerne. Ist also kein Massstab. Sind folglich die leer geputzten Teller der Gäste ein Gradmesser für den kleinen Spitzenkoch in uns? Bei mir leben zumindest noch alle, die von mir bekocht wurden…

So oder so: jeder, der in regelmässigen Abständen gerne hinter dem Herd steht und mit Passion eine gierige Schar hungriger Gourmets verköstigt, der hat wohl die eine oder andere Geheimwaffe in der Küche parat. Sei es eine einzelne Zutat, eine spezielle Zubereitungsart oder gar ein ganzes Gericht bei dem man sich sicher sein kann: damit klopfe ich jeden noch so verwöhnten Feinschmecker weich!

Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber meine hausgemachten Chili-Saucen (allen voran die Kreation mit Ají amarillo und getrockneten Aprikosen), die treibt so ziemlich jedem das Wasser in den Mund und die Tränen in die Augen. Und das nicht bloss, weil sie schärfetechnisch ganz schön was drauf hat! Auf breites Lob stossen jeweils auch mein cinghiale in agrodolce (süss-saures Wildschweinragout) und meine unzähligen Eiskreationen. Aber selbst für die am Herd Talentfreien gibt’s meist ein oder zwei Sachen, die sie gut können. Reis aus dem Kochbeutel zum Beispiel oder Blumenkohl ins Wasser schmeissen und bissfest garen ;)

Ich persönlich bin der Meinung, dass meine hausgemachten Buttermischungen sich durchaus sehen lassen können. Mein Chnoblibrot zum Beispiel oder auch die im Frühjahr stets anstehende Blütenbutter finden zumindest immer reissenden Absatz. Deswegen heute hier auch eine neue, spannende Kreation, welche ich kürzlich im Beef-Magazin entdeckt habe!

Aber Hand auf’s Herz: wirklich spannend wird es eigentlich erst dann, wenn einer, der regelmässig und nach landäufiger Meinung ganz passabel kocht, die Karten auf den Tisch legen und selbstkritisch werden muss. Womit habt ihr in der Küche eure Mühe? Ich bin ‘ne ziemliche Pfeife im Bereich Salatdressings. Und aus irgend einem Grund habe ich stets Mühe beim Eier trennen. Ausserdem wissen regelmässige Leser, dass gemeinhin Backen nicht zu meinen Leidenschaften zählt…

Und wie schaut es bei euch aus?

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St. Galler Currywurst mit Laugen-Pommes

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Iss doch Wurst!

Bratwurst mit Gewürz-Ketchup und Currypulver, serviert in einer weissen Kartonschale mit Mini-Gabel – die klassische Currywurst gehört in Deutschland zu den beliebtesten Gerichten überhaupt und ist dort so etwas wie der Heilige Gral des Street Foods. In Berlin gibt’s dafür sogar ein eigenes Museum. Und wer hat’s erfunden? Berlin? Hamburg? Es gibt gleich ein paar Städte, die das Privileg dieser Erfindung für sich beanspruchen. Um mir hier keine Feinde zu machen, schweige ich vorerst zu dem Thema und warte gespannt ab, was andere dazu berichten. Vielleicht waren es ja auch die Schweizer ;)

Naja, vermutlich nicht, denn in der Schweiz hat die Currywurst, trotz grosser Einwanderungswelle aus dem Norden, den Durchbruch leider nie so richtig geschafft. Schade eigentlich! Denn Würste essen die Helveten ja bekanntermassen genauso gerne wie ihre restlichen Nachbarn in Europa und die Deutschen sind bei uns ja eigentlich “uhuere” integriert!

Nun denn. Wie bei solch beliebten Gerichten üblich, kann man über die richtigen Wurstsorten, den Schärfegrad und die Zusammensetzung der Sauce sowie die perfekten Beilagen stundenlang diskutieren. Eingefleischte Currywurst-Fans mögen möglicherweise das Gegenteil behaupten, aber die Substanz einer guten Currywurst ist in meinen Augen die Sauce. Damit steht und fällt die ganze Geschichte!

Natürlich ist es auch nicht wurst, welche Wurst man isst! Nur die beste sollte einem gut genug sein. Eine St. Galler Olma-Bratwurst in meinem Fall. Die 160 g schwere Ostschweizerin polarisiert hierzulande wie keine andere Wurst. «Ohne Senf!», sagen die St. Galler, «Mit Senf!», schreien Grillfans aus den restlichen Teilen der Schweiz. In einer Schlange hungriger St. Galler zu stehen und nach Senf zu fragen: da beweist sich der Mann noch als Mann. Eine Brücke über den Senfgraben schlage ich heute jedoch, in dem ich, ganz im Sinne der Völkerverständigung, die St. Galler Bratwurst in einer würzig-fruchtigen Currysauce serviere. Mer lueged emol… Weiterlesen

Baked Alaska

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The very-third Blog-Geburtstag

Törööö! Und dann waren es plötzlich 3! Drei ganze Jahre koche, fotografiere und verblogge ich hier auf myfoodprints mittlerweile schon das, was tagtäglich meine Küche verlässt und auf meinem Teller landet. Ich habe mir mit diesem Blog, glaube ich, den Ruf erarbeitet, ein Verfechter oft eher ungewöhnlicher, nicht ganz alltäglicher Rezepte zu sein. Mit dieser Tradition wird im neuen virtuellen Lebensjahr natürlich auch heute nicht gebrochen.

Was im Sommer 2012 als spontanes Projekt aus dem Nichts im ecuadorianischen Dschungel entstand (no kidding!), wächst unaufhörlich weiter. Mittlerweile hat das Baby laufen gelernt und darf heute bereits die dritte Kerze ausblasen. Dabei hat dieser Blog auch mein eigenes Leben ein klein wenig verändert und ich kann ihn aus meinem Alltag eigentlich kaum mehr wegdenken. Und auch in Jahr 3 frage ich mich immer noch, ob es denn nun “der” oder “das” Blog heisst… ;)

Rückblickend darf ich sagen, dass dieser Blog hier ein Stück weit auch ein Spiegel meiner eigenen Entwicklung der letzten drei Jahre ist. Und ich hoffe, dass ich noch ein paar Jahre weiter machen kann. Solange es einige Menschen gibt, die sich interessieren und die den einen oder anderen Tipp mitnehmen können, mit mir diskutieren und mich auf meiner kulinarischen Reise begleiten, bin ich glücklich und zufrieden. Und wenn man Durchhaltevermögen hat, dann lohnt es sich auch. Es gibt viel Anerkennung und hin und wieder sogar so etwas wie “Ruhm und Ehre”, aber leider – oder viel mehr “zum Glück” – kein Geld. Unter finanziellen Aspekten würde nämlich, zumindest bei mir, vermutlich auch die Authentizität des Blogs leiden.

Denn der schönste Lohn am Bloggerdasein ist ohnehin, und das kann ich kaum genug wiederholen: über diesen Blog habe ich eine Vielzahl von Menschen kennen und schätzen gelernt. Da sind Leser und Mitblogger irgendwo da draussen im weltweiten Web, die hat man noch nie im Leben gesehen oder gehört… Und trotzdem hat man das Gefühl, man kennt sich irgendwie und sie sind einem ans Herz gewachsen! Ohne eure Unterstützung, euer Feedback und eure Tipps wäre myfoodprints nicht das, was es heute ist!

Auf Schweizerdeutsch sagt man: danke tuuuuusig mol! Weiterlesen

Kräuter-Focaccia mit Bundzwiebeln

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Fettes Brot

Eine Warnung vorweg: wer keine Kalorien in seinem Essen mag, der sollte genau jetzt aufhören zu lesen.

Aber Hand aufs Herz: wer von euch gerät beim Anblick (oder wie bei mir dem blossen Gedanken) an ein ofenfrisches, noch lauwarm dampfendes Focaccia nicht sofort ins Schwärmen?

Aussen knusprig-kross, innen fluffig und weich. Mit einer nahezu verschwenderischen Unmenge an allerfeinstem grüngoldenem Olivenöl extra vergine vollgesogen und verführerisch nach gebackenen Kräutern duftend verschlägt es einem gedanklich schlagartig in den längst mal wieder fälligen Urlaub nach Bella Italia.

Bei einer guten Focaccia sollte man meiner Meinung nach weder an Salz noch an Olivenöl sparen. Das ligurische Brot lebt quasi von diesen beiden Zutaten. Ein Hüftschmeichler ist sie daher sicherlich nicht. Oben drauf kann man dann verteilen, was der Kühlschrank gerade so hergibt. Erlaubt ist eigentlich nahezu alles, was schmeckt! Ausserdem verzeiht solch ein Fladenbrot einem Back-Legastheniker wie mir auch mal den einen oder anderen Anfängerfehler.

Das Rezept habe ich mir bei Lutz vom Plötzblog abgeschaut – für mich DER Brotbackblog schlechthin! Alleine schon die Zubereitung ist ein Fest für die Sinne, wenn man mit allen zehn Fingern das aromatische Kräuteröl in den weichen und vor Gasblasen “blubbernden” Teig einmassiert. Anschliessend darf man wie ein kleines Kind vor dem Ofen-Fenster kleben und gespannt beobachten, wie das Ding sich aufbläht, als hätte es einen Atomreaktor verschluckt. Ein Traum. Jaja, Weissbrot macht eben doch glücklich.
Oder geht das nur mir so?

Hach ja, die Italiener haben eben schon recht! Dort nämlich konsumiert man das Brot angeblich zu fast jeder Gelegenheit. Es eignet sich fürs Picknick am See (Hallo, Sommer!) genauso gut wie für die am Weekend geplante Fahrradtour, den Grillplausch im Wald oder als simples Znacht mit etwas Käse. Und mit einem fetten Stück Focaccia sowie einem Glas Rotwein bewaffnet wird der Chill-Abend auf der Couch gleich noch viel gemütlicher. Italy – 12 points! Weiterlesen

Spargelpommes rot-weiss

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Globalisierung geht durch den Magen

Wann beginnt die Spargelsaison, wann endet sie?

Es eigentlich ein leidiges Thema. Aber gerade im Wonnemonat Mai wird dem saisongerechten Konsumenten leider ziemlich heftig vor Augen geführt, wie verwöhnt -und leider auch verfremdet- unser täglicher Lebensmitteleinkauf mittlerweile geworden ist. Die ganze Welt an einem Tisch… Äpfel aus Chile, Kiwis aus Neuseeland, Weintrauben aus Südafrika, Paprika aus den entferntesten Winkel unserer Welt sind das ganze Jahr erhältlich. Unser Lebensmittelkonsum ist heute weder von Saison noch Region abhängig. Paradebeispiel dafür: der Spargel.

Fast jeder Supermarkt ermöglicht heute Spargelmahlzeiten selbst im tiefsten Winter. Spätestens aber ab Ostern sind beim lokalen Detailhändler die Regale mit den grünen und weissen Stangen vollgestopft. Sie kommen per Flugzeug aus Peru und Mexiko über den grossen Teich zu uns geflogen. Und (fast) alle fressen sie Spargeln. Und vergessen dabei, dass die einheimischen Produzenten, wenn im Mai wirklich die Spargelzeit kommt, ihre Produkte kaum noch verkaufen können.

Bei der Erdbeere schaut es nicht minder bitter aus: in den Supermärkten ist sie von Januar bis Dezember zu kaufen und niemand weiss eigentlich mehr genau, wann sie Saison hat. Der Lebensmittel-Globalisierungsproblematik sind sich zwar alle bewusst, wenn es aber ernst wird, dann predigen die meisten oft Wasser, sind aber stets für Wein zu haben!

Klar, ein bisschen differenziert betrachten darf und soll man das Ganze dann schon. Kein Mensch käme zum Beispiel auf die Idee, auf schwarzen Pfeffer zu verzichten, nur weil der mal eben ein paar tausend Kilometer Weltreise vom Ursprungsland bis in unsere Küchen auf sich nehmen musste. Aber wenn es tolle Nahrungsmittel gibt, die auch ohne zig Flugstunden auf meinem Teller landen, dann ist mir die etwas längere Wartezeit darauf die Vorfreude definitiv wert! Weiterlesen

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