Gelberbsen-Falafel mit Orange, Fenchel und Honig-Joghurt-Dip

24 Jan Gelberbsen-Falafel mit Orange und Fenchel

Falafel to the people

Wie viel ein Imbiss zur Völkerverständigung beiträgt, kann ich leider nicht sagen. Fakt aber ist: Falafel sind eine feine Sache. Davon braucht mich niemand zu überzeugen. Fluffig und locker, in heissem Fett knusprig ausgebacken und verführerisch orientalisch duftend. Ich kenne fast niemanden, der beim herzhaften Biss in ein Falafel-Sandwich nicht fingerkuppenreibend ein teuflisch grinsendes “Ausgezeichnet!” hinterherschieben würde.

Und ja, mit einer Brottasche voller Liebe kann man sich sogar ins Herz einer Frau kochen – hab ich selber ausprobiert! Schmatzende Geräuschkulisse, tropfende Sauce, Hemd von unten bis oben eingesaut, Badetuch als Serviette: Falafel sind quasi die Antithese zum klassischen Candle-Light-Dinner.

Weniger stilvoll ist, was einem die meisten Dönermänner ins Pita klemmen und als Falafel unter die Nase reiben. Frisch aus dem Frost der Tiefkühltruhe, in ranzigem Öl ausgebacken, nicht selten in der Mikrowelle aufgewärmt. Schmeckt einfach nur total “Bah!”

Selbstgemacht aber kommen die kleinen Bällchen ganz gross raus!
Nur: gegen das Frittieren zu Hause sprechen mindestens zwei Dinge: 1. der Gestank und 2. der Gestank. Eine attraktive und klar gesündere Alternative ist es daher, die Falafel im Ofen zu backen. Funktioniert prima. Mir persönlich gefallen sie frittiert zwar optisch einen Ticken besser (sie sind auch weniger trocken), aber dem Hula-Hoop-Bauch zuliebe mögen die Kalorienzähler allenfalls die Light-Variante bevorzugen…

Damit ihr auch weiterhin auf eurem fliegenden Teppich durch 1001 Nacht schweben könnt…

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Waadtländer Empanadas

17 Jan DSCN0340

Über den Tellerrand…

Ungläubig blicke ich auf den Kalender und stelle fest, dass das neue Jahr bereits schon wieder einen halben Monat alt ist. Die letzten Wochen waren irgendwie richtig relaxed und gleichzeitig saumässig busy: blogtechnische Funkstille das logische Resultat daraus.

Mittlerweile bin ich halbwegs im 2015 angekommen – und werde das Bauchgefühl nicht los, dass es ein gutes Jahr werden könnte! Natürlich auch in kulinarischer Hinsicht. Da ist im neuen Jahr nämlich einiges ganz gross im Anrollen. Wagen wir doch gemeinsam einen Blick über den Tellerrand 2015.

Aber Vorsicht: das könnte länger dauern… Weiterlesen

Gratiniertes Rindstatar

26 Dez DSCN0300

 

Meine Wei(h)nnachten

Verflixte Weihnachtszeit! Seit langem mal wieder hatte ich mich wirklich darauf gefreut! Ich wollte Plätzchen backen, Glühwein schlürfen, rechtzeitig alle Weihnachtseinkäufe unter Dach und Fach bringen, verträumte Spaziergänge durchs Winter-Wonderland machen und hatte gefühlte hundert Rezepte im Hinterkopf, welche allesamt verbloggt werden sollten.

Schnitt: Realität.

Der ganze Spuk ist schon wieder vorbei und der feierliche Weihnachts-Groove irgendwie ziemlich sang- und klanglos an mir vorbei gehuscht. Und dank extraschwerem Sündenfall ist mein Bauchumfang beinahe täglich um ein paar Millimeter gewachsen. Mein Menuplan besteht daher im Januar idealerweise aus Knäckebrot und Leitungswasser. Vorher aber geniesse ich das Schlemmen nochmals in vollen Zügen und besinne ich mich auf eine alteingesessene Tradition.

Jedes Jahr am Weihnachtsmorgen zelebriere ich -mit noch leicht verquollenen Augen und brummendem Schädel- meinen persönlichen Festtagsschmaus und esse ihn -und da kenne ich kein Pardon- alleine! Ganz für mich alleine. Steak Tatar. Eingemummelt in meine Bettdecke und wahlweise begleitet von einem Gläschen Rotwein brauche ich dazu nur eines: absolute Ruhe. Passt am besten.

Und wo wir schon beim Thema Wein sind: hier noch etwas Werbung in eigener Sache! Mit einer Vision, etwas Mut und einer grossen Portion Herz und Leidenschaft habe ich im Sommer mit zwei Freunden den Sprung in die Weinwelt gewagt und nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit die online-Vinothek www.meineweine.ch gegründet.

Unsere Devise: Qualität statt Masse, klein aber fein, persönlich und individuell. Deshalb führen wir aktuell nur Weine aus Italien in unserem Sortiment. Weine, die wir kennen und deren Weingüter wir meist sogar persönlich besucht haben. Jeder unserer Rebensäfte wurde von uns degustiert und zu verschiedenen selbst gekochten Rezepten probiert. Der passende Wein zum passenden Anlass oder Essen – dafür muss heute niemand mehr ein Weinbuch lesen.

Denn was gibt es Schöneres, als einen dampfenden Teller Pasta alla norma vor sich zu haben, auf dem Grill zischt eine Tagliata di manzo vor sich hin und man nippt genüsslich an einem Gläschen Brunello!? Wine makes the world a better place… Vielleicht mögt ihr ja auch mal vorbei schauen…

In diesem Sinne: hoch die Gläser, chin chin und euch allen eine besinnliche, fröhliche Weihnachtszeit! Weiterlesen

Lamm-Bolo mit getrockneten Aprikosen

16 Dez Orientalische Lamm-Bolo

Orientalisch auf italienisch

Die zwar allseits beliebten, aber irgendwie doch etwas abgedroschenen 08/15-Spaghetti Bolognese findet man ja eigentlich bei jedem noch so mittelmässigen Italiener auf der Karte. Aber, aber: was haben wir wirklich auf unserem Teller?

Ob besagter Fleischsugo nämlich tatsächlich selbstgemacht ist, darf häufig bezweifelt werden. In Tat und Wahrheit ist das oft so hochgelobte Prädikat “hausgemacht” nämlich meist nicht mehr Wert als einen feuchten Händedruck des Kochs. Denn nicht selten liefern namhafte Convience-Giganten diesem fixfertige Gerichte pfannenfertig ins Haus. Macht mich fix und fertig.

“Hausgemacht” – dieser Begriff ist weder gesetztlich definiert noch geschützt. Im Endeffekt kann jedes Essen als “hausgemacht” bezeichnet werden, denn in irgendeinem Haus wurde es ja gemacht. Wenn ihr euch also beim nächsten Wocheneinkauf im Supermarkt über die Aufschrift “hausgemacht” auf der Packung Spätzle wundert, dann wisst ihr künftig besser Bescheid: eine Fabrik ist quasi auch ein Haus ;)

Nun, auch bei meiner Bolo stand keine Nonna während zwei  Tagen rührend hinter dem Topf, aber mit viel Liebe zubereitet wurde sie allemal. Im schönen Italien gibt es für spaghetti al ragù vermutlich so viele Rezepte wie Grossmütter, aber dieses hier schlägt ganz klar in die Kerbe 1001 Nacht.

Der Blick hinter die Theke beim Metzger des Vertrauens hat nun mal etwas ungemein inspirierendes, oder nicht? Wer nicht wirklich weiss, was er kochen will, der findet hier bestimmt eine Idee. So auch mir mit diesem Rezept hier ergangen. Gut abgehangene Lammschulter geht einen gewagten, aber verboten guten Crossover mit allerlei orientalischen Begleitern ein: Berbere-Paste, Ras el Hanout, Salzzitronen, getrocknete Aprikosen. Heraus kommt ein wilder Stilmix, kombiniert mit klassisch italienischen Pappardelle und einem Hauch reifen Pecorino. Erlaubt ist, was schmeckt!

Nur eine Regel lege ich euch ans Herz: unbedingt lauwarm geniessen – oder noch besser: am nächsten Tag aufgewärmt! Schmeckt besser. Trust me. Muss man nicht verstehen, ist einfach so! Weiterlesen

Matcha Men

27 Nov GrüneWeihnachtsmännchen

Grüne Weihnachtsmännchen

Hände hoch! Wer von euch ist schon im Weihnachtsfieber?

Es gibt ja Leute, die könnten Weihnachten schon ganz prima im November feiern. Dann dröhnen Jingle Bells aus den Radiolautsprechern, die ersten übermotivierten Nachbarn beginnen mit dem Weihnachts-Roll-Out, hängen ihre Leuchtsterne an die Bäume vor dem Haus und verzieren ihre Fenster mit Sprühschnee. Irgendwie nichts für mich. Allerdings gehöre ich definitiv zu der Sorte Schleckmaul, die sich schon Mitte September mit Plätzchen den Bauch vollstopfen könnten. Ob da der fiese Vorweihnachts-Kommerz sein böses Spiel mit mir treibt?

Eigentlich nehme ich mir ja jedes Jahr vor, während der Adventszeit fleissig Guetzli (genau, so heissen bei uns die Plätzchen!) zu backen. Meist endet es allerdings damit, dass ich mit quälendem Ranzenweh am Arbeitsplatz sitze, weil ich mir die sündhaft guten und beinahe täglich in der Lounge aufliegenden Kekse meiner Büro-Kollegin in unanständig hohen Dosen gegönnt habe.

So kommt es leider auch oft vor, dass mein Ofen daheim (ich nenne “ihn” liebevoll “Emma”) kalt bleibt und ich quasi als letzter Ausweg fertig abgepackte Guetzli beim Detailhändler kaufen gehe. Eine schallende Ohrfeige für alle leidenschaftlichen Plätzchen-Bäcker: ich weiss, ich weiss, ich weiss…

Nun denn. In weiser Voraussicht lege ich daher dieses Jahr die Weichen schon vor dem 1. Advent und versuche mich an Grüntee-Guetzli auf Basis eines klassischen Sablé-Teigs. Nicht erst seit gestern ist ja Matcha, also hauchfeiner, zu Pulver zermahlener japanischer Grüntee, buchstäblich in aller Munde.

Für mich die perfekte Gelegenheit meine im letzten Jahr in New York gekauften “already been chewed gingerbread men”-Schablonen endlich mal auszuprobieren. Und wenn das Resultat dann auch noch so gut schmeckt, fühlt sich ein Back-Banause wie ich, als hätte er gerade eine Million Dollar gewonnen… Weiterlesen

Wurzelgemüse-Salat aus dem Ofen

23 Nov DSCN0253

Back to the roots

Zugegeben: der Ausdruck “Wurzelgemüse-Salat” wird wohl nicht bei jedem gleich auf Anhieb für kulinarische Luftsprünge sorgen. Aber sind wir mal ehrlich: wir haben November! Kein Hahn kräht nach saisonverirrten, spanischen Treibhaus-Tomaten, “erntefrischen” Erdbeeren aus Marokko oder geflügelten Spargeln aus Peru oder Mexiko.

In den Supermärkten quellen die Regale über vor abenteuerlichsten Sorten Gemüse, Salat und Früchten und leider, leider ist je länger je mehr auch an den Marktständen der Grossstädte kaum ein Unterschied zwischen den Jahreszeiten mehr erkennbar. “Die Kunden wollen das so!” lautet die saloppe Ausrede vieler Händler. Blödsinn! Ich behaupte steif und fest, wer auf dem Markt einkauft, der hat ein sehr sensibles Verständnis für den Wandel der jeweiligen Saison.

Fakt ist nämlich: auch im Herbst und Winter besteht bei uns kein Mangel an frischem Gemüse und Obst. Im Gegenteil! Randen, Kohlrabi, Fenchel, Kürbis, weisse, gelbe und rote Karotten, Lauch, Rettich, Rosenkohl, Petersilienwurzel, Pastinaken, Topinambur, Knollensellerie: ein gepflegter Gang auf den lokalen Bauernmarkt öffnet eine wahre Schatztruhe voller geschmacksintensiver herbstlicher Seelenwärmer.

Und es macht sogar richtig Spass, wenn ihr am Stand vor der farbenprächtigen Auswahl steht und das Angebot gedanklich danach sortiert, was unter der Erde oder direkt am Boden den ganzen Sommer über Energie tanken konnte und in eurem Kopf nun zu einem stimmigen Gericht komponiert wird.

Das Schöne am nachfolgenden Rezept ist die Einfachheit, die es zur Zubereitung braucht. Waschen, schälen, schnippeln, Füsse hoch! Der Rest erledigt der Ofen. Und macht seine Arbeit gut. Auf diese Weise trocken in der Hitze gegart, intensiviert sich das Aroma der Wurzeln noch mehr. Dann nur noch fix die Vinaigrette anrühren, über das heisse Gemüse geben und ab in den Mund damit. Weiterlesen

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