Cedar Planked Salmon

27 Jul DSCN8960

Time to do some serious grilling

Normalerweise punktet der Lachs, für viele per se der König aller Fische, bei mir in kaltem Zustand. Gebeizt oder geräuchert bin ich der Meinung, dass der schöne Schmelz seiner Fettigkeit schlicht besser zur Geltung kommt. Klar, als bekennender Fischliebhaber  verschmähe auch ich ein gut zubereitetes Lachs-Steak in warmen Zustand nicht, aber kalt schmeckt er mir in der Regel einfach besser.

Unter den Fischen ist der Lachs ja ein ziemlicher Globetrotter. Ganze Schwärme ziehen jeweils Jahr für Jahr zum Laichen die Flüsse Nordeuropas und Nordamerikas hinauf, springen teils meterhoch aus dem Wasser, überwinden Stromschnellen und allerlei andere Hindernisse und legen in ihrem Leben tausende von Kilometern zurück. Als durchtrainierter Sportler verfügt der Wildlachs daher, gegenüber seinen Artgenossen aus Zuchten, über ein spürbar festeres und fettärmeres Fleisch.

Früher galt der Lachs gemeinhin als exotische und entsprechend teure Delikatesse. Die in den Neunzigerjahren aufkommenden Zuchtfarmen haben dem rosa Salmoniden aber einen ordentlichen Absatzanstieg beschert; Preiszerfall inklusive! Heute muss man sich leider mit offenen Augen auf die Suche nach Topprodukten machen. Zu viele minderwertige Qualitäten kompensieren die unbedarfte, hungrige Gier der Konsumenten nach der köstlichen Delikatesse, welche insbesondere während der Weihnachts- und Neujahrszeit in einer ungezwungenen Selbstverständlichkeit gipfelt.

Schon paradox, nicht? Da versucht man die wildlebenden Fischbestände zu entlasten und züchtet Lachs in Aquakulturen. Da der Lachs aber ein vielfrässiger Räuber ist, steht auf seinem Speiseplan vor allem eines – Fisch! Und davon wird tagtäglich kiloweise an ein einzelnes Exemplar verfüttert. Man wandelt also in Aquakulturen eine Art Fisch in eine andere um, aber erzeugt keineswegs mehr Fisch!

Wenn immer möglich, setze ich daher auf nachhaltig und verantwortungsvoll gefangenen Wildlachs, der sich seinen Lebtag lang von frei schwimmenden Garnelen und Krebstierchen ernähren durfte und über diese proteinreiche Nahrung die Vitamine aufnimmt, welche ihm sein schönes zartoranges Fleisch verleihen. Seine in engen Zuchtbecken lebenden Verwandten hingegen baden Tag ein Tag aus in einer hässlichen Brühe aus Fischmehl, dem eigenen Kot, Vitaminzusätzen und Speisefarbstoffen in Form künstlichen Karotins. Wer wenig Geschmack hat, der darf hier gerne sein Geld zum Fenster raus werfen. Weiterlesen

Nektarinen-Konfi mit Prosecco

16 Jul Nektarinen-Konfi

Glück im Glas

Jetzt ist die Zeit perfekt! Dieser Tage strahlen uns rotwangige Nektarinen allerorts aus den Früchtekisten entgegen und flehen förmlich danach gleich kiloweise gekauft und schmatzend verspeist zu werden. Und sind wir mal ehrlich: Konfitüre kochen kann nun wirklich jeder.

Und überhaupt: Einmachen liegt voll im Trend! Selbermachen lautet die Devise! Ketchup, Saucen, Konfitüren, Chutneys, Senf und Pickles! Während das Einwecken in früheren Zeiten vorwiegend den Rentnerinnen unter uns vorbehalten war, rührt heutzutage auch die Yuppie-Ehefrau ihre homemade Kirschenmarmelade und gut verdienende Banker bringen eigens eingemachtes Gemüse als letzten Schrei zur Grillparty mit. Für die meisten ist das Lifestyle – für mich einfach nur Genuss und Liebe zu tollen Produkten.

Das beliebteste Obst, das in die Gläser kommt ist übrigens die gemeine Erdbeere und die klassische Erdbeer-Konfi somit wohl die Königin aller Konfitüren überhaupt. Davon gibt es mindestens so viele Rezepte wie Grossmütter und wohl jeder von uns schwelgt in vertrauten Kindheitserinnerungen, wenn er den den süssen Duft von Erdbeeren denkt, welcher das ganze Haus erfüllt.

Damals konnte ich kaum aufs nächste Frühstück plangen, bevor ich mir mein Zmorge-Brot wieder dick mit Konfitüre bestreichen konnte. Tatsächlich hat sich die Liebe zur ersten Mahlzeit des Tages über die Jahre mittlerweile etwas gewandelt.

Ich und Frühstück? – das eine schliesst das andere eigentlich von vorn herein schon kategorisch aus. Wochentags nämlich kriege ich vor 12 Uhr mittags nur äusserst selten einen Bissen runter. Vorher streikt mein Magen und mag irgendwie nicht recht gefüttert werden. Die Energie für den Tag hole ich mir indes mit ordentlich Kaffee. Aber wer weiss, bei solch einem glamourösen Brotaufstrich werde ich mir das künftig doppelt überlegen.

Als besonders einfallsreich, wenn es um kreatives Brotbebuttern geht, zeigt sich übrigens mein Opa. Der schmiert seine Sonntagszüpfe gerne mal doppelseitig voll, oben mit Konfitüre und unten mit Honig. Das Spektakel ihn beim Verzehr dieses Doppeldeckers zu beobachten, zaubert mir jedesmal ein herzhaftes Grinsen zwischen die Zähne. Ich denke mal, ich schenk ihm auch ein Gläschen… Weiterlesen

Kalbsrack von der Salzplanke

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Brillieren beim Grillieren

Schon einmal hatte ich ja über meinen verschwenderischen Hang zum Kauf neuer mal mehr, mal weniger nützlicher Küchengerätschaften berichtet. Je nach Polsterung meines Portemonnaies schaffe ich mir regelmässig immer mal wieder neue Gadgets an, welche mir den Alltag hinter den Töpfen versüssen. Die Tatsache, dass meine Küche dafür auch noch ordentlich Stauraum bietet, tut dem natürlich in keinster Weise Abbruch.

Mittlerweile schaut es hinter den Schränken und Türchen in meiner Küche so aus, als ob ich demnächst vor hätte eine selbstgebaute Rakete zum Mond zu schiessen. Und trotzdem: für ein, zwei Dinge hat’s noch Platz!

Die Gedanken sind jedesmal die selben: Ob ich das wohl brauche? Wohl kaum. Ob es geil wäre, das Teil in meiner Küche stehen zu haben? Und ob!

So ergangen auch mit meiner kürzlich erworbenen Salzplanke. Beschreiben könnte man diese am besten als geschmacksspendenden Pizzastein, auf dem sich das Grillgut genau die Menge Salz nimmt, welche es für eine schmackhafte Kruste benötigt. Die Salzplanke stammt aus dem Salzgebirge zwischen Indus und dem Himalaya im heutigen Pakistan. Sie besteht aus reinem Steinsalz, das mit über 500 Millionen Jahren doppelt so alt ist, wie die ältesten europäischen Salzvorkommen.

Beim Grillen ist die Anwendung so einfach, wie schmackhaft. Die Planke wird einfach auf den Grill gelegt und langsam erhitzt. Das Grillgut kann im Anschluss direkt auf der heissen Salzplanke gegart werden. Indirekt, schonend und unter den neugierigen Augen der restlichen Anwesenden ordentlich Style-Punkte sammelnd.

Fisch und Meereskrustengetier eignet sich natürlich perfekt. Mich aber gelüstete es nach einem schönen Stück Fleisch.

Kürzlich beim Metzger des Vertrauens mal wieder neugierig die Auslage studiert, ist mein gieriges Auge an diesem Prachtexemplar von Kalbsrack hängen geblieben. Armlang und wohl geschätzte 10 kg schwer präsentierte sich dieser schönste aller Rücken gemütlich hinter der Vitrine. Als wäre es die normalste Sache der Welt. Mein Blick klebte förmlich an der Glasscheibe. Wie gerne hätte ich mir gleich den ganzen Rücken unter die Arme geklemmt.

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Sommer-macht-Pause-Salat mit Wassermelone und Feta

30 Jun DSCN8859

Rote Karte am Herd

Die habe ich mir selbst eingebrockt. Fussknöchel gebrochen. Sommer my ass!

Der Küchenalltag als einbeiniges Humpelstilzchen gestaltet sich zugegebenermassen schwieriger als anfänglich erwartet. Da werden selbst die einfachsten Dinge wie Zwiebel schneiden oder Spülmaschine ausräumen zum ausbalancierten Kraftaufwand.

Kürzlich sass ich, Gipsbein artig wie vom Doc verschrieben hochgelagert, auf dem Balkon und las gemütlich in einer Zeitschrift. Da packte mich die Lust nach einer Tasse Kaffee. Nespresso sei Dank klappt das ja auch mit gebrochenem Fussknöchel einigermassen unkompliziert. So weit so richtig.

Wie ich dann aber vor der dampfenden Tasse Kaffee stand, musste ich schlagartig feststellen, dass die Aufgabe selbige nun mit zwei Krücken auf den Balkon zu befördern mich vor eine kleine Herkulesaufgabe stellt. Die ersten zwei Schlucke landeten prompt auf dem Boden – der Versuch war kläglich gescheitert. Schlussendlich habe ich die Tasse direkt über der Spüle in der Küche in mich hineingeschlürft und bin betrübt und gleichzeitig wütend über meine Unfähigkeit wieder zurück auf den Balkon gehumpelt.

Zwischenzeitlich bereitet mir Essen und Trinken im Alltag weniger Probleme. Die Rettung kam in Form eines hübschen Helfers, genannt Servierboy. Der trägt meine -wenn auch momentan eher einfachen und unkomplizierten- Kreationen jeweils brav zu Tisch und räumt auf Kommando wieder ab. Jetzt wo es mir sooo schlecht geht ;)

So ein Gipsbein kann, besonders bei intensivem Sonnenschein, anständig einheizen. Glücklicherweise aber macht der Sommer gerade eine kurze Pause und bescherte uns die letzten Tage mit ziemlich viel Nass von Oben. Da kommt so ein bunter Salat mit Wassermelone, Feta, grünem Apfel und Lavendel gerade richtig. Auch kalorientechnisch. Die kann man sich momentan nämlich quasi gleich an die Hüften kleben. Aber auch so stellt einem das Leben als Dreibeiner vor einige ungewollte Probleme im Alltag.

Passt die Jogginghose farblich zum Gips? Wie verflixt nochmal krieg ich die nervende Fliege tot, die mir ständig um die Ohren schwirrt und der ich auf einem Bein humpelnd kaum durch die Wohnung folgen kann? Warum juckt das Zeug so wahnsinnig und wie krieg ich den zwischen Kniescheibe und Oberschenkel steckenden Bleistift wieder aus dem Gips, der da feststeckt seit ich versucht habe die juckende Stelle zu erreichen? Wo zum Teufel steckt MacGyver, wenn man ihn mal braucht? Weiterlesen

Avocado-Erdbeer-Eis

20 Jun Avocado-Erdbeer-Eis

Happy Blogpurzeltag 2.0

Papaaaam!! Virtueller Geburtstag zum Zweiten! Man glaubt es kaum…

Wir blicken zurück: vor zwei Jahren ins Leben gerufen und im letzten Juni das zarte Einjährige gefeiert, darf mein Blog heute bereits die zweite Kerze ausblasen. In den letzten zwei Jahren habe ich mein Baby väterlich gehegt und gepflegt und mit insgesamt 108 Beiträgen gefüttert. So hat es mittlerweile laufen gelernt und hält mich auch weiterhin ziemlich auf Trab.

Was war und was soll noch kommen?

Nun, zwei Jahre klingen so lang, aber eigentlich fühlt es sich noch viel länger an! Reich geworden bin ich damit immer noch nicht, aber das Ding ist mir mittlerweile ziemlich ans Herz gewachsen und ist aus meinem Leben eigentlich kaum mehr wegzudenken. Die Leute sind zwar immer noch irritiert, wenn ich mein Essen fotografiere und den Teller gefühlte hundert Mal aus allen erdenklichen Perspektiven knipse, aber hey!, was gibt es Schöneres, als seine Food-Begeisterung und Leidenschaft für Küchenexperimente mit Gleichgesinnten zu teilen?

Und an der Stelle kommt ihr ins Spiel! Ihr, die ihr euch meine Worte immer wieder antut, fleissig mitliest, mitdenkt, nachkocht und sogar kommentiert. Ohne euch, wäre das hier nicht das geworden, was es ist und hoffentlich noch weiter werden wird.

Insofern: ein dickes DANKESCHÖN – you know who you are!

Ideen habe ich noch viele auf Lager, der Stapel mit halbfertigen Sachen beginnt langsam bereits über zu quillen! So wollte ich mir eigentlich auch zum heutigen Anlass etwas Tolles ausdenken. Ein Gewinnspiel sollte es geben! Ausserdem endlich mal einen Blogevent austragen. Dazu eine ordentliche Geburtstags-Sause mit üppig-süsser Torte! Vielleicht sogar ein kleines Ständchen singen? Und, und, und…

Schnitt: Realität.

Es gibt kein Gewinnspiel. Und leider auch keinen Kuchen. Dank meiner frühsommerlichen Fussballeuphorie nämlich darf ich -Achtung Luft anhalten!- die nächsten fünf Wochen mit gebrochenem Fuss im Gips rumhumpeln. Aus mir wird wohl tatsächlich eher ein Alain Ducasse als ein Lionel Messi.

Ich habe mir mit diesem Blog, glaube ich, den Ruf erarbeitet, ein Verfechter oft eher ungewöhnlicher, nicht ganz alltäglicher Rezepte zu sein. Auch in Jahr 3 meines Blogger-Daseins wird mit dieser Tradition nicht gebrochen. Das Experiment Avocado-Erdbeer-Eis kommt daher gerade richtig. Aber Eis zubereiten, mit zwei Krücken, hinkend auf einem Bein. Geht das? No, my friend!

Also musste mal wieder mein Kumpel Pädde als Co-Pilot einspringen, den ich flamingo-mässig auf einem Bein hüpfend aus der Pole Position mit kritischem Auge und fachkundiger Anleitung überwacht und instruiert habe.

Schwer zu sagen, wer  denn schlussendlich die grössere Freude bei diesem Geburtstagsdessert hatte: der Beschenkte oder der Schenkende. Weiterlesen

Picanha brasileira

12 Jun DSCN8817

Grillieren, wie die Weltmeister

Mal wieder ist es so weit: die halbe Welt erliegt dem Fussballfieber!

Heute ist offizieller WM-Auftakt in Brasilien und während den nächsten vier Wochen darf man(n) ohne schlechtes Gewissen quasi pausenlos Fussball gucken und kühlen Gerstensaft schlürfen. Mittendrin statt nur dabei lautet das Motto. Für viele Kerle so etwas wie das Startzeichen zum Vollgas geben.

Das Thema ist quasi allgegenwärtig und die schiere Penetranz, mit der uns die diesjährige Weltmeisterschaft in fast allen Bereichen des täglichen Lebens unter die Nase gerieben wird, ist fast schon erschreckend. Dass im Ruhme des runden Leders und zu Gunsten der eigens für dieses Spektakel errichteten Stadien im Vorfeld einiges schief lief, bleibt leider meist auf der Strecke. Da wurden Bäume abgeholzt, Dörfer platt gewälzt, Menschen vertrieben und Milliarden in den Wind geschossen, während die eigene Bevölkerung aussen vor bleibt.

Meine Vorstellung von dem Anlass? Offen sein, mitspielen.

Ich bin zugegebenermassen kein grosser Fussballfreund, obschon auch ich mir das eine oder andere Spiel anschauen und beim Trinken fleissig mithelfen werde. Dem König Fussball huldige ich indes auf eine etwas andere Art. Für mich heisst das zeitgleich: Grillsaison, Feuer frei! Rauch steigt auf, Schweissperlen auf der Stirn, kühles Bier stillt die trockenen Kehlen. Es liegt der Duft von Abenteuer in der Luft.

Und kein Brasilien-Urlaub ist vollkommen, wenn man nicht mindestens einmal in einer der unzähligen Churrascarias an einem ordentlichen Grillspektakel teilgenommen hat. Ein ziemlich brachiales Vergnügen, bei welchem das Raubtier in euch kaum zu kurz kommen dürfte! Der wohl absolute Höhepunkt eines solchen Churrascos markiert die Picanha, ein Schmetterlingssteak vom Rind, geschnitten aus dem Tafelspitz oder Hüftdeckel des Tiers. Entgegen der Wiener Art wird das Stück jedoch nicht gekocht, sondern eben grilliert. Der grosse Brocken Fleisch begnügt sich mit etwas Meersalz, sonst nichts, und zeichnet sich durch seinen exzellenten Geschmack und bei korrekter Zubereitung rekordverdächtiger Butterzartheit aus.

UND: da ist Fett dran, und zwar eine ordentlich satte Schicht! Das muss so sein, auch wenn die eigene Schwarte dafür um ein paar Zentimeter weiter wachsen wird. Die ausgeprägte Fettauflage sorgt nämlich dafür, dass das Fleisch auf dem Grill nicht austrocknet und transportiert zudem ordentlich Geschmack.

Gerade diese Fettschicht fällt hierzulande allerdings meist schon während dem Schlachtprozess dem Messer zum Opfer. Daher ist es nicht ganz einfach das perfekte Fleischstück für die Zubereitung einer anständigen Picanha zu finden. Wenn ihr allerdings eurem Metzger des Vertrauens ein wenig auf die Pelle rückt und ihn ordentlich piesakt, dann lässt sich bestimmt was arrangieren. Weiterlesen

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