Zürisee-Sushi

16 Apr Zürisee-Sushi

Ein kleiner Schritt für den Thunfisch…

Kürzlich habe ich auf dem Squash Court eine hitzige Partie gegen meine Kollegin verloren. Wetteinsatz: ein Sushi-Dinner für die fischessende Pseudo-Vegetarierin. Sorry, kleiner Seitenhieb. Musste sein.

Well then. Meine Sushi-Matte, bereits leicht angestaubt, wollte sowieso unlängst mal wieder klebrigen Reis auf der Bambushaut zu spüren bekommen. Der Exportschlager aus dem fernen Japan erfreut sich hierzulande ja seit Jahren wachsender Beliebtheit. Die Zahl der Liebhaber von rohem Fisch wächst unaufhörlich. Lifestyle fängt eben beim Essen an, denn wer hip ist und etwas auf sich hält, der isst Sushi und bezahlt gerne auch mucho dinero dafür. Hashtag: Sushi essen ist très chicque.

Zusammen mit dem weltweit seit mindestens 10 Jahren anhaltenden Sushi-Boom verstärkt sich allerdings ein weiteres globales Problem mehr und mehr zur baldmöglichsten Apokalypse. Die Überfischung der Weltmeere ist auf ein Rekordhoch geklettert und wir zappeln da alle im Netz. Ein durchschnittlicher Garnelenkutter zum Beispiel wirft 80-90 % der gefangenen Meerestiere wieder über Bord – tot, wie Müll!

Paradebeispiel für das Sterben einer Spezies für die gigantische Gier nach Geld und den uneingeschränkten Konsum der Massen ist wohl der Blauflossenthun. Die beliebteste Füllung für die Reishäppchen steht kurz vor dem Aussterben. Leider, ich gebe es zu, habe ich auch ich eine grosse Schwäche für das schmackhafte, aromatische Tuna-Fleisch. Meinem reinen Gewissen zuliebe, verzichte ich allerdings mehrheitlich darauf.

Da hier im Zürichsee aber eine ganze Menge einheimischer, nicht bedrohter Fischarten vorkommen, lag die Idee für Süsswasser-Sushi quasi vor der Haustür. Warum eigentlich führen das die Sushi-Bars nicht schon längst im Repertoire?

Eine kurze Recherche im Netz verrät weshalb. Auf einschlägigen Homepages wird der Verzehr von rohem Süsswasserfisch nämlich nur beschränkt empfohlen, da diese gegenüber Meerfischen öfter mit Parasiten befallen sein könnten. Dem entgegen wirken kann man allerdings, indem die Fische für 24 Stunden bei -18 °C schockgefrostet werden, bevor sie im Anschluss in euren Mägen wieder das Schwimmen lernen.

So oder so. Hier gilt: Einkauf nur beim Fischhändler des grössten Vertrauens und je nach Verfassung mit ordentlich Grüntee, Kirin Bier oder Sake runterspülen… Itadakimasu! Weiterlesen

Rhabarberlikör

12 Apr Hausgemachter Rhababerlikör

[Edit 12. April]:

Okay, ich gebe es zu! Eigentlich geziemt es sich für einen ambitionierten Foodblogger nicht wirklich, lauwarm aufgewärmte Posts zu servieren und seiner Leserschaft als vermeintlich neu unterzujubeln. Andererseits: was man heute schreibt, wird ein Besucher in einem Jahr wahrscheinlich kaum mehr zu Gesicht kriegen. Und das könnten durchaus lesenswerte Artikel sein.

Diese Woche beim Gmiiesbüür des Vertrauens, habe ich ihn plötzlich und unverhofft entdeckt: Schweizer Freiland-Rhabarber!
Endlich keine Treibhausware mehr aus Holland! Whoop whoop!!

In diesem Sinne mache ich heute eine Ausnahme und möchte euch dieses bereits schon mal hier vorgestellte Rezept für hausgemachten Rhabarberlikör schmackhaft machen. Es war damals, vor knapp zwei Jahren, mein erster Blogbeitrag ever! Und darauf trinken wir einen!

Beim Barte des Rhabarbers!

Er teilt die Nation. Die einen lieben ihn wegen seiner frischen Säure, die anderen verziehen gerade deshalb das Gesicht: der Rhabarber. Dieses Rezept sollte so oder so ausprobiert werden! Besonders empfohlen denen, die das Frühlingsgemüse so lieben wie ich…

Zu Rhabarber hatte ich schon immer eine ganz besondere Beziehung und bin diesbezüglich seit Kindestagen erheblich vorbelastet. In meinem Elternhaus wuchs er in dicken, saftig-roten Stangen jeden Frühling im hintersten Gartenbeet meiner Grosseltern.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich den intensiv sauren Barbarengeschmack als kleiner Junge nicht wirklich mochte. Unser Nachbarjunge hingegen, dessen Heimweg jeweils an unserem Garten vorbeiführte, konnte davon kaum genug kriegen. Ich weiss noch wie meine Grossmutter ihm damals, wenn immer sein Weg unseren Garten kreuzte, eine dicke Stange in Zucker tauchte und ihm so den Heimweg von der Schule versüss-sauerte! Beim Barte des Rhabarbers – wie sehr ich damals bedauerte, dass ich das Zeugs nicht mochte! Mittlerweile sind wir zwei jedoch gute Freunde…

Ursprünglich, so heisst es, stammt der Rhabarber aus Tibet und der Mongolei. Der Name ist abgeleitet von reubarbarum, was so viel wie “Wurzel der Barbaren” bedeutet. Lange kannte man den Rhabarber vor allem aufgrund seiner medizinischen Wirkung, unter anderem als Abführmittel. Diese Zeiten gehören zum Glück der Vergangenheit an und der Rhabarber hat heute unsere Teller erobert und seinen festen Platz in den Küchen dieser Welt.

An dieser Stelle sei nun ein tolles süsses Rezept vorgestellt, süss mit ordentlich Schuss! Ich hatte zunächst Zucker und Rhabarber im Verhältnis 1:1 ausprobiert, dabei allerdings einen durchaus sehr sehr süssen Likör erhalten. Hier nun die adaptierte, etwas weniger süsse Version… Weiterlesen

Omas Osterkuchen

7 Apr Osterkuchen

#100: Ich.kann.es.kaum.fassen!

Dies ist mein Blogpost No. 100! Einhundert!
Durchaus ein kleiner Meilenstein in meinem Bloggerdasein.

Wie ich selbst erst vor einigen Tagen erstaunt feststellen durfte, habe ich es in einem Jahr und rund 7 Monaten seit dem Spatenstich auf imposante 99 Beiträge geschafft. Keine Ahnung, ob das nun viel ist oder nicht? Andere Blogger schaffen diese Zahl vermutlich in wenigen Monaten, aber ein bisschen Stolz schwelgt trotzdem in meiner Brust.

Die einen machen hundert Sit-Ups, ich schreibe halt hundert Beiträge. Und ich schreibe sie immer noch mit der selben Leidenschaft wie damals, als ich meine ersten Gehversuche in der Bloggerwelt machen durfte.

Wie gut passt es da, dass ich vor einigen Wochen unabhängig zweimal für den “Liebster Blog Award” nominiert wurde und mich natürlich extremst gebauchpinselt gefühlt habe. Obwohl – insgeheim hatte ich eigentlich gehofft, dass dieser Kelch an mir vorbei zieht. Gegen Kettenreaktionen dieser Art hege ich normalerweise einen gesunden Widerstand.
In dem Fall aber ist Widerstand zweckmässig.

Ziel des Awards ist es nämlich, neue oder noch unbekanntere Blogs vorzustellen, die einem persönlich gut gefallen. In der Regel gibt man den Award an 11 Blogger samt 11 zu beantwortenden Fragen weiter, die noch unter 200 Follower haben. Durch die Fragen gibt man den Bloggern ein Stück weit auch ein persönliches Profil und lernt so einiges über die Charakter hinter den kulinarischen Kulissen der Posts, die man ja so gerne liest.

In den Kreis der Erlauchten aufgenommen wurde ich von der lieben Natalie vom Blog essen und l(i)eben und von der Kandiskatze, deren Blog ich auf diesem Weg kennenlernen durfte.

Voilà: und hiermit liefere ich nun die Antworten auf die mir gestellten Fragen:

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Zitronen-Rosmarin-Sirup

1 Apr DSCN8332

Hugo war gestern

Die besten Kindheitserinnerungen haben stets etwas mit Essen zu tun.
Geht euch das nicht auch so?

Gummibärli, Zuckerwatte, Butterbrot mit Aromat (mein Gott, wie konnte ich nur!!?), Tomatensauce bis hinter die Ohren verschmiert. Verschwommen in Erinnerung, die Szene, in der ein voll beladener Löffel schwebend vor meinem Mund kreist und wie ein dicker Brummer zur Landung ansetzt.
Es Löffeli fürs Mami, es Löffeli fürs Grosi…

Die wohl zuckersüsseste Kindheitserinnerung aber zeigt sich in Form eines knallroten Glases mit Himbeersirup. Der Geschmack purer Künstlichkeit! Ich leg das mal getrost als jugendliche Geschmacksverstauchung ab. Wir haben schliesslich auch Buffalo Tower Boots getragen :)

Aber wie auch immer: da ich mir auch heute noch hin und wieder gerne ein Gläschen Sirup gönne, hilft in diesem Fall das Prädikat “hausgemacht” dem sensationell ungesunden Industrie-Fructose-Gesöff Vorschub zu leisten.

Dem allgemeinen Hype um hausgemachten Sirup folgend habe ich mir also auch ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht. Wie immer gerne leicht abgefahren und episch. Die französischen Sirup-Freaks von Monin haben ja einige ziemlich ausgefallene Kreationen im Repertoire. Ich denke da an Salz-Karamell, Zuckerwatte, Gurke (what the fuck?) oder Apple Pie, der neuste Streich im Sirup-Königreich. Ganz verruckti Cheibe, diä!

Den Klassiker unter den Getränken gibt’s heute bei mir in der Geschmacksrichtung Zitrone-Rosmarin. Zwei gute Freunde schlechthin, die auch in dieser Komposition wunderbar harmonieren.

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